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Regional Von Marilyn Monroe bis Emilia Galotti
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00:17 07.05.2017
Das Leitungsteam des Deutschen Theaters stellt das Programm für die Spielzeit 2017 / 18 vor. Quelle: Iben
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Göttingen

Den Anfang macht „1984“ von George Orwell unter der Regie von Antje Thoms. Um die düstere Zukunftsprognose vom Leben in einem Überwachungsstaat „in seiner ganzen Beklemmtheit zu erleben“, werde das Stück in einer Tiefgarage inszeniert – im August, vor der eigentlichen Eröffnung der Spielzeit Ende September.  „Das Stück war in Amerika nach der Wahl von Donald Trump ausverkauft“, so DT-Intendant Erich Sidler.

Regulär startet die Spielzeit am 22. September mit der Uraufführung von „Fräulein Agnes“ (Arbeitstitel), einer Komödie von Rebekka Kricheldorf, die nach dem Erfolg des Stücks „Homo Empathicus“ erneut vom DT gebeten wurde, ein Stück für das Göttinger Ensemble zu schreiben.

Gelacht werden darf auch bei „Winnetou und der halbe Abt“, einer Komödie über die „schönste Männerfreundschaft aller Zeiten“ von Lars Wätzold, den das Publikum unter anderem als Kopf der Göttinger Comedy Company kennen dürfte.  Und auch bei „Willkommen“,  einer Komödie von Lutz Hübner unter der Regie von Thoms (Premiere: 10. März 2018), geht es komödiantisch zu – Vorurteile gegenüber Flüchtlingen und der „Willkommenskultur“ in Deutschland stehen im Fokus.

Mit „Wasted“, einem Stück der britischen Rapperin Kate Tempest, kommt am 24. November eine deutsche Erstaufführung auf die Bühne des DT. Tempest thematisiert eine Generation, die feststellen muss, dass „Party machen“ kein alleiniges Lebenskonzept sein kann. Judith Holofernes, Texterin und Sängerin der Band „Wir sind Helden“, hat den Text ins Deutsche übertragen.

Auch der Klimawandel steht auf dem Programm des DT – mit „Himmel“ von Wajdi Mouwad (Premiere: 23. September) und „Paradies fluten“ von Thomas Köck (17. Februar 2018).

Musikalisch wird es in den Stücken „Tosca“ von Victorien Sardou (14. April 2018), „Spring awakening“ von Duncan Sheik und Steven Slater (2. Juni 2018) sowie „America first“ von Chriszoph Klimke, das in der Inszenierung von Erich Sidler am 2. Dezember uraufgeführt wird. Darin erwacht Marilyn Monroe wieder zum Leben und blickt aus heutiger Perspektive auf Erfolge, Niederlagen, Geliebte – und auf die politische Geschichte Amerikas, mit damals schon „alternativen Fakten“. Und auch eher klassische Werke, die, so Sidler „nichts an Aktualität verloren haben“ wie „Die Nashörner“ von Ionesco (28. April 2018) oder „Emilia Galotti“ von Lessing (27. Januar 2018) sind im neuen Spielplan verankert. Ergänzt wird das Programm des DT von zahlreichen Wiederaufnahmen, die beim Publikum in der vergangenen Spielzeit gut ankamen. Zudem wolle das DT mit einem Theaterfestival vor der Bundestagswahl  einen „politischen Akzent“ setzen.

Positives Feedback und Wechsel im Ensemble

Das Deutsche Theater blickt auf eine erfolgreiche Spielzeit 2016 / 17 zurück. Positiv seien unter anderem diverse Gastspiele im Landkreis Göttingen vom Publikum aufgenommen worden, so DT-Intendant Erich Sidler. Auch das Kulturticket erfreue sich großer Beliebtheit bei den Studierenden; etwa 8000 von ihnen seien pro Spielzeit zu Gast im DT. Das theaterpädagogische Angebot werde ebenfalls gut angenommen. Derzeit kooperieren acht Schulen aus dem Landkreis mit dem DT. Ein Angebot für alle Altersgruppen zu schaffen und das Theater für jede Zielgruppe zu öffnen, sei ein wichtiges Ziel des DT, so Sidler. Der Intendant freut sich zudem über das Gastspiel beim Heidelberger Stückemarkt. Das DT präsentiert dort „Weil sie nicht gestorben sind“, das beim Göttinger Publikum in der laufenden Spielzeit gut ankam. Verlassen werden Bardo Böhlefeld, Elisabeth Hoppe, Andreas Jeßing und Frederik Schmid das DT; über die Neuzugänge  wollte Intendant Sidler noch nichts verraten. mi

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