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Regional Wechsel beim Jungen Theater
Nachrichten Kultur Regional Wechsel beim Jungen Theater
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18:29 19.08.2009
„Hier macht es Spaß“: Dave Wilcox. Quelle: Theodoro da Silva

Weil er das als Vertragsbruch sehe, habe er den Vorgang einem Anwalt übergeben, so Döring. Kurzfristig musste also Ersatz gefunden werden. Für Rohde hat Döring Dave Wilcox engagiert. Der Schauspieler hatte bereits vor fünf Jahren bei Dörings Dienstantritt vorgesprochen, spätere Versuche, ihn ans Junge Theater zu holen, seien an Terminverpflichtungen gescheitert, sagt Wilcox.

Wilcox’ Vater ist Amerikaner, deshalb besitzt der 32-Jährige die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten, obwohl er überwiegend in Deutschland aufwuchs. Seine Mutter habe früher die italienische Staatsbürgerschaft ihres Großvaters besessen, erzählt der Schauspieler. Er gehört in der Spielzeit 2009/10 zum Ensemble des Jungen Theaters (JT) Göttingen.

„Ich lerne im Café“

Für Wilcox war das Engagement ein Start von 0 auf 100. Kurzfristig ins Ensemble aufgenommen, muss er die Rollen übernehmen, für die der nach Köln abgewanderte Jörg Rohde bereits vorgeprobt hatte. „Eineinhalb Wochen Hardcore-Textlernen“ habe er jetzt hinter sich, sagt Wilcox. Und: „Jetzt emanzipiere ich mich langsam von meiner Wohnung, ich lerne auch im Café.“ Für die Suche nach einem eigenen Zuhause sei bislang keine Zeit gewesen, meint der Schauspieler. Bislang wohnt er in der Theaterwohnung.

Schon nach dem ersten Vorsprechen habe er gewusst: „Hier würde ich gerne mal sein.“ Wilcox begründet das mit der damals spürbaren Aufbruchstimmung und einem Bauchgefühl: „Hier ist es angenehm zu arbeiten, hier macht es Spaß.“
Ausgebildet wurde Wilcox an der Neuen Münchener Schauspielschule der gerade gestorbenen Ali Wunsch-König, von der unter anderem auch Robert Atzorn und Andrea Sawatzki kommen. In den vergangenen Jahren spielte er häufig in Dinkelsbühl und am neu gegründeten Theater Ansbach. Im Mai kommenden Jahres wird er dort auch die Titelrolle in Goethes „Faust“ übernehmen. Dass bei dem kleinen Ensemble viel Arbeit, teils auch organisatorische und technische, in Göttingen auf ihn zukommt, schreckt Wilcox nicht. „Klar würde ich gerne auch mal an einem großen Haus arbeiten, wo man wirklich nur Schauspieler ist. Aber ich brauche das nicht.“

Auch im Leitungstrio des Theaters an der Hospitalstraße hat es eine Veränderung gegeben. „In gegenseitigem Einvernehmen“ sei der Vertrag mit Jörg Marohn aufgelöst worden, teilt Döring mit. Über die Gründe sei Stillschweigen vereinbart worden. Für Marohn ist Stefan Mönikes hinzugekommen. Die Aufgaben des Kulturwissenschaftlers konzentrieren sich vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit.

Von Peter Krüger-Lenz

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