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Regional „Weihanchtsgeschichte“ nach Dickens
Nachrichten Kultur Regional „Weihanchtsgeschichte“ nach Dickens
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20:03 11.12.2009
Einst Geschäftspartner, nun auf Besserungs-Tour: Marley (Christoph Huber, links) und Scrooge (Stephan Dehler). Quelle: CR

Als sie nach 100 Minuten völlig außer Atem die kleine Bühne verlassen, füllt Nächstenliebe den Raum. Dehler als einstiger Geizkragen und Egoist Scrooge schüttelt die Hände sämtlicher Zuschauer, strahlt sie an. Dem Schauspieler gelingt eine nicht einfache Mission: Er inszeniert eine festliche Stimmung, ohne sentimental oder gar kitschig daher zukommen. Die Gäste jedenfalls sind ergriffen – und verweilen noch einige Momente auf ihren Stühlen.

Heiligabend mit Ravioli

Dabei fängt die Geschichte bekanntlich ganz herzlos an: Herr Scrooge ist ein Halsabschneider par excellence. Sein übersteigerter Geiz, gegen sich selbst und sein Umfeld, treibt ihn in völlige Isolation, sogar am geselligen Weihnachtsabend. Den verbringt er, wie seit vielen Jahren, allein mit einer Dose Ravioli.

Während Scrooge nach dem kargen Mahl zur Ruhe kommt, wird er von einem Geist in Gestalt seines verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley (ebenfalls Huber) aufgesucht. In diesem Moment setzt die Wandlung ein, in der das Ekel peu à peu menschliche Züge erhält. Für den Geister-Part sorgt ein furioser Christopher Huber, der sich, mit spärlichen Requisiten, in die einzelnen Rollen hineinspielt.

Ein schöner Weihnachtsklassiker, den die „Stillen Hunde“ ihre persönliche Note aufgedrückt haben. Ihre fantasievolle Fassung animiert nicht nur zum Nachdenken, sie macht auch Spaß.
Weitere Termine am Donnerstag, 17. (10 Uhr), Sonntag, 20. (17 Uhr) und Dienstag, 22. Dezember (19 Uhr) im Göttinger Apex, Burgstraße 46. Karten: Telefon 05   51  /   634   57   00.

Von Katharina Bednarz

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