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Weihnachtskonzert mit „Front Porch Picking“

Altes Rathaus Weihnachtskonzert mit „Front Porch Picking“

"Mele Kalikimaka“ – so wünscht man sich auf Hawaii ein fröhliches Weihnachtsfest. Die Göttinger Band „Front Porch Picking“ hat mit diesem Satz ihr Weihnachtskonzert überschrieben, das im Alten Rathaus stattfand. Und das hatte natürlich seine Gründe.

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Gelassenheit zwischen den amerikanischen Südstaaten und Hawaii: „Front Porch Picking“.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Der Bandname verweist auf die amerikanische Veranda, auf der sich die Musiker in den Südstaaten gerne zum Spielen treffen. Dort wird sicherlich am ehesten Blues, Country und Bluegrass gespielt, was noch nicht erklärt, warum sich die fünf begabten Musiker in Hawaiihemden auf die Bühne trauen.

„Front Porch Picking“ kombiniert diese Einflüsse in bekannten oder selbstgeschriebenen Liedern mit Klängen, die sich aus dem engen Kulturaustausch zwischen dem kontinentalen Amerika und seinem 50. Bundesstaat im Pazifik entwickelt haben. Das Ergebnis ist eine ungezwungene und sympathische Stilmischung, die trotz der kitschigen Plastikpalmen Spaß macht.

Peter Funk foppt seine Kollegen

Peter Funk führt durch das Programm, foppt seine Kollegen und hat merklich Freude an seiner Lapstyle-Gitarre. „Unser Hausarzt hat gesagt, wir dürfen immer nur zwei schnelle und ein langsames Stück spielen“, gesteht er augenzwinkernd gleich zu Anfang des Konzerts. So ganz genau nimmt die Band diese Empfehlung aber nicht, sehr zur Freude ihres Publikums. Denn vor allem die rasanten Tempi der Bluegrass-Nummern erfreuen die Gäste und geben dem Ohr eine wohlverdiente Pause von Titeln wie „Jingle Bells Rock“ und „Walking in the Winterwonderland“, die sowieso in großer Regelmäßigkeit vom Weihnachtsmarkt dröhnen.

Das ist etwas ungerecht, denn die Coverversionen von „Front Porch Picking“ klingen natürlich besser als die eines Kinderkarussells, wofür vor allem Dirk Heimberg und sein beachtliches Gitarrenarsenal verantwortlich sind. Heimberg kann sich zwar auch musikalisch zurücklehnen, aber am eindrucksvollsten ist die Tatsache, dass er auch bei hohen Tempi seinen Swing nicht verliert.

Gesamtklang mit Mandoline und Ukulele

Über Hans-Jörg Maucksch am Kontrabass kann man dasselbe behaupten, das enge Korsett der „Oom-pah“-Begleitung weiß Maucksch oft gegen kreativere Ideen einzutauschen, ohne sich zu weit vom typischen Südstaatenklang zu entfernen. Zu diesem gehört natürlich auch ein Cajon, das Klaus Hoheisel sehr gut einzusetzen weiß. Wolfgang Beisert rundet den Gesamtklang mit Mandoline und Ukulele nach oben ab – natürlich mit der gleichen Gelassenheit, die man trotz der grauen Haare allen Mitgliedern von „Front Porch Picking“ attestieren darf. Vielleicht sollten die Herren einfach ihren Hausarzt wechseln.

Von Jonas Rohde

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