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Weltklasse-Trommelwirbel unterm Burgturm

Pete York Swing Trio Weltklasse-Trommelwirbel unterm Burgturm

Pete York hat Charme, einen speziellen wunderbaren Humor, sieht aus wie Peter Ustinow in der Rolle eines Oberstudienrats, und er macht vor allem eines: er spielt Schlagzeug auf Weltklasse-Niveau.

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Spielt seit 50 Jahren Schlagzeug: Pete York, Gründer der Spencer Davis Group.

Quelle: Heller

Pete York, Claus Koch am Tenorsaxofon und Kuno Kürner am Piano haben jetzt beim Plesse-Openair auf der Burgruine Swing, Boogie und Dixieland- Jazz der Spitzenklasse gespielt. Bei kühlem, aber trockenem Wetter hatten sich zahlreiche Gäste im Burghof eingefunden, um das Pete York Swing Trio zu hören.

York eröffnet das Konzert mit dem Duke-Ellington-Klassiker „It don’t mean a thing“. Danach geht es weiter mit dem romantischen Gershwin-Stück „Somebody loves me“. Seine englisch-deutsche Moderation ist ebenso virtuos wie sein Schlagzeugspiel: Aus Sicherheitsgründen ist „Kerzenlicht on the Tisch nicht erlaubt“, deshalb wollen die drei mit dem Stück dafür sorgen, dass „Kerzenlicht is brenning in your Herzen“. Was ohne Frage gelingt. Seine heiteren Ansagen gehen in diesem Stil kurzweilig von einer Nummer zur nächsten.

Bei „Memories in view“ von Eubie Blake entschuldigt er sich, dass er nicht so hoch wie Lady Gaga singen könne, „weil meine Unterhose ist nicht so eng“. Er meistert den Part dann trotzdem grandios. Seine pubertären Scherze erklärt er schließlich augenzwinkernd: „Technisch bin ich 68 Jahre alt, ich fühle mich wie 85, und im Kopf bin ich 14.“

Doch irgendetwas scheint mit Yorks Gefühl nicht zu stimmen. Sein Schlagzeugspiel hat nichts mit dem einer Rentnerband gemein. Bis heute gibt es nur wenige – auch unter den Jungen – die es mit dem Gründer der Spencer Davis Group („Keep on Running“) aufnehmen können. York spielt seit 50 Jahren Schlagzeug. Der Engländer, der inzwischen in München lebt, hat mit den Größen der Musikszene zusammengespielt. Eric Clapton gehörte dazu, John Lord, Chris Barber und Klaus Doldinger. Derzeit steht er immer wieder mit Helge Schneider auf der Bühne.

York ist aber nicht der Einzige, der beim Burg Openair überzeugt. Auch seine Begleitmusiker haben Klasse. Kuno Kürner hat laut York mit den weltbesten Klavierspielern studiert. Sein Spiel ist meisterhaft und macht jeden Bass überflüssig. Claus Koch brilliert trotz niedriger Temperaturen am Tenorsaxofon.

Zum Schluss des knapp zweistündigen Konzerts fährt das Trio beim Stück „Caravan“ noch einmal alles auf, was das Gepäck zu bieten hat: Taschenschlagzeug, diverse Perkussionshölzer und ein Gummi-Huhn, das kurzfristig die Moderation übernimmt. York spielt bei der Zugabe im Publikum auf Gläsern, Holztischen und Zeltstangen. Und selbst das klingt meisterlich.

Von Eida Koheil

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