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Regional Wenn menschlicher Willen Eisen bezwingt
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21:56 01.01.2013
Spezialisten im Verbiegen von Eisenbahnschienen: Chris (links) und Andreas Ehrlich. Quelle: Gersema
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Für diese Tricks, so betonen die beiden zu Beginn der Show, würden sie im Laufe des Abends öfter mal einen Freiwilligen zum „Mäuschen-Spielen auf der Bühne“ benötigen. Das erste von sieben „Mäuschen“ an diesem Abend gibt Achim. Er überzeugt sich von der Festigkeit der Stahlplatte, durch die sich Chris Ehrlich wenig später, abgedeckt von einem Tuch, hindurcharbeitet.

Die Stahlplatte symbolisiere, so philosophiert Andreas Ehrlich schwülstig, den eisernen Vorhang. „Was passiert, wenn einem Menschen die Freiheit genommen wird, unser höchstes Gut? Was ist stärker? Menschlicher Wille oder eine eiserne Mauer?“

Andere philosophische Themen sind an diesem Abend die Zeit und die Liebe. Aus einem überdimensionalen Buch entsteigen als Zauberer verkleidete Kinder und kurz darauf die Ehrlich-Brüder selbst. Eine Stimme im Hintergrund paraphrasiert und begleitet den Zauber auf der Bühne. Doch nicht nur Kitschig-Philosophisches hat seinen Platz im Programm der Brüder.

Humor ist die zweite Säule der Show. Flachwitze à la „Glauben Sie, dass man eine Eisenbahnschiene verbiegen kann? Man könnte ‚Ja‘ sagen, wenn es eine Weiche wäre“ erzeugen teils gnädige, teils kräftige Lacher, genauso Wortkonstellationen wie „original chinesisches Zungen-Origami“ und „Meister der Telekinese und Hypotenuse“. Und auch ein Hauch Politsatire kommt in einem Geldschein-Verwandlungs-Akt zum Tragen: „50 Euro in einen Fünf-Euro-Schein, wenn wir jetzt daraus 50 Cent zaubern, nennen wir das den Griechenland-Trick“.

Banaleren Humor gibt es vom bauchredenden Andreas Ehrlich, der seinem gedankenlesenden Kamel Alessandrio wollüstige Sprüche in den Mund legt. Die gelesenen Gedanken einer jungen Dame im Publikum verpuffen allerdings im Inneren des Kamels und entäußern sich als laute Flatulenz, die immerhin „Richtung Northeim abzieht“.

Oft sind es weniger die Tricks an sich als die Vorbereitung und die Geschichten um sie, die Eindruck hinterlassen. Dennoch staunt das Publikum ob des in Zeitraffer auf der Bühne gezüchteten Orangenbaumes oder einer unter dem Geschirrtuch hervorgezauberten Magnum-Flasche Sekt. Unklar bleibt, ob die beiden Brüder die Uri-Geller-Manier, die dramatischen Blicke, Posen und Gesten als Persiflage auf ihresgleichen anwenden oder ob diese Gebärden jedem Zauberer, der etwas auf sich hält, innewohnen.

Zumindest ab und zu meint oder hofft man, ein Augenzwinkern im Gesicht der Brüder zu entdecken.

Nach gut zwei Stunden lassen es die beiden in der Stadthalle schneien und beenden damit eine von Beifall, Lachern und geschockten Blicken begleitete Show.

Von Katharina Kilburger

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