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Wenn sich Hänsel und Gretel an Hamlet wagen

26. Göttinger Figurentheatertage Wenn sich Hänsel und Gretel an Hamlet wagen

Im 19. Jahrhundert wurde die Legende um Genoveva von Trabant im deutschen Sprachraum populär, nachdem sie von Gustav Schwab in die Deutschen Volksbücher aufgenommen und literarisch bearbeitet worden war.

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An Fäden führend: Heike Klockmeier mit ihren Puppen.

Quelle: Heller

Das Hamburger Ambrella Figurentheater nahm sich am Sonnabend des Themas mit dem Stück „Heute: Genoveva – von der Lust am Marionettentheater“ zum Auftakt der 26. Göttinger Figurentheatertage im altehrwürdigen Alten Rathaus wieder an.

Heike Klockmeier, gebürtige Sächsin, zeigte mit ihren Puppen, gebaut von Jürgen Maaßen, ein vielfältiges, humorvolles Programm in Mundart. Die Puppen bediente sie dabei derart geschickt, dass sie immer wieder Szenenapplaus von den rund 150 Zuschauern erhielt.

Ganz nebenbei erfuhr das Publikum aber auch einiges über ihre sächsische Heimat im Allgemeinen und über das Figurentheater in Sachsen im Speziellen. So bauten die Sachsen ursprünglich die Straßen ausschließlich deswegen, um von Gaststätte zu Gaststätte gelangen zu können. Und natürlich der Puppenspieler wegen. Auch deren Ursprung liegt in Sachsen. „Schon im 19. Jahrhundert haben die Fabriken in Sachsen Arbeitslose produziert“, weiß Klockmeier zu berichten. Den Menschen blieb demnach nichts anderes übrig, als auf den Beruf des Puppenspielers umzusatteln. Damals waren die Bühnen und Figuren noch wesentlich größer als heute. Aber auch im Alten Rathaus waren große Puppen zu bestaunen: Waldemar misst mehr als einen Meter.

Bei der Stückauswahl bediente man sich damals bei den großen Dramen wie beispielsweise Hamlet. „Natürlich wurden diese dann von den Puppenspielern stark verbessert dem Publikum präsentiert“, erzählt Klockmeier augenzwinkernd. Da die „verbesserten“ Inszenierungen nun stark verkürzt waren, blieb im Anschluss immer noch Zeit für die Vorführungen von Trickpuppen. In diesem Fall scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Auch am Sonnabend wurde unter anderem Hamlet gezeigt, in sämtlichen Rollen dargestellt von Hänsel und Gretel. Und im Anschluss blieb tatsächlich noch Zeit für Trickpuppen.

„Heute: Genoveva!“ ist nicht nur für Liebhaber des Figurentheaters geeignet. Heike Klockmeier wusste mit ihren Puppen sowohl das Fachpublikum als auch den Laien in jeder Hinsicht zu begeistern.

Das Erwachsenenprogramm der Göttinger Figurentheatertage wird am Freitag, 11. Februar, um 20 Uhr im Alten Rathaus mit „Don Quijote“, gespielt vom Dorftheater Siemitz, fortgesetzt. Am Montag waren mittags noch genügend Karten erhältlich. Vorverkauf: Tourist-Info im Alten Rathaus.

Von Alexander Lechler

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