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Regional Tönerne Häuser
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00:16 23.09.2016
Von Peter Krüger-Lenz
Rachel Kohn macht sich Gedanken um das Zusammenleben von Menschen und die Kommunikation, die dabei entsteht. Quelle: CR
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Göttingen

„Daheim“ heißt die Schau.

„Daheim“, das klingt kuschelig, nach Refugium, nach dem Ort, an dem man sich wohlfühlt. Kohns Werkserie in der Galerie Ahlers sieht das nicht so eindeutig aus. All ihre Ausstellungsstücke zeigen sehr viel Ambivalenz. Da steht dieses kleine Haus auf einem Sockel, gut 30 Zentimeter hoch mit einer Grundfläche von 25 Zentimetern im Quadrat. „Verlorene Liebesmüh“ hat Kohn diese Werk genannt, denn Sand ist durch ein Loch im Dach durch den Kubus gerieselt, hat sich am Boden gesammelt und ist durch Schlitze in den Wänden wieder nach draußen geflossen. Wohnen könnte in einem solchen Gebäude niemand - „aber der Sand macht schöne Muster“, sagt die Künstlerin.

Kohn macht sich Gedanken um das Zusammenleben von Menschen und die Kommunikation, die dabei entsteht. „ich und du“ heißt eine Arbeit aus dem Jahr 2016. Zwei Miniaturstühle stehen Rücken an Rücken, die Lehnen sind mit einem Seil aneinandergefesselt. Das eine Sitzmöbel kippelt, als wollte es ausbrechen. Oder schmiegen sich beide nur ganz vertraut aneinander? „Alltag“ ist eine Installation betitelt, die Kohn variabel angelegt hat, wie der Verzeichnis der Ausstellung verrät. Zwei handgroße Stühle und ein Tisch im gleichen Format hängen auf kleinen Nägeln an der Wand. Ihre Position kann verändert werden, je nach Zustand des Verhältnisses der Besitzer: reger Austausch? Funkstille? Oder zieht sich nur einer von beiden zurück?

Sehr viele Facetten hat die 1962 in Prag geborene jüdische Künstlerin dem Thema abgewonnen. In München hat sie Kunst studiert, inzwischen lebt Kohn in Berlin. In der Hauptstadt steht auch das jüdische Museum. In dessen Shop finden sich Judaica aus dem Atelier Kohns, die sie sehr fantasievoll getreu ihres traditionellen Gebrauchs, allerdings in komplett neuer Form entwirft.

Einen Bibelspruch hat Kohn für ein Modell für eine groß dimensionierte Wandarbeit gewählt: „Ich will meine Wohnung unter euch nehmen“, heißt es da. Kohn will das Original mit einigen Tausend Kugeln ausstatten, größeren und kleineren in vielen unterschiedlichen Farben. Wie Menschen eben alle verschieden. Drei minderjährige Flüchtlinge helfen ihr bei der Herstellung, dem Vernehmen nach mit unglaublich viel Spaß. Und wer ein Werk der Künstlerin kaufen möchte, kann dies mit ein bisschen Glück zu einem sehr günstigen Preis. Einige ihrer kleinen Tische und Stühle aus Ton befinden sich in einem Kunstautomat am jüdischen Museum Berlin. Dort kann man sie gegen kleines Geld ziehen.

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