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Werke von Lisa Oppenheim im Künstlerhaus Göttingen

Fotogramme Werke von Lisa Oppenheim im Künstlerhaus Göttingen

Gleißende Dunkelheit und sanftes Licht begegnen dem Betrachter auf Lisa Oppenheims Fotogrammen. Die sind derzeit in einer Ausstellung des Kunstvereins Göttingen im Künstlerhaus zu sehen, die jetzt eröffnet wurde. Unter dem Titel „Everyone’s Camera“ zeigt die Künstlerin hier ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland.

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Verschiedene Schichtungen und Winkel: auf Fotopapier belichtete Stoffe.

Quelle: Heller

Göttingen. Sie fügt sich hervorragend in das Jahresmotto der Kunstverein-Ausstellungen ein, das sich mit dem künstlerischen Forschen beschäftigt. In Göttingen sind vor allem aktuelle Arbeiten der Künstlerin aus den Jahren 2011 und 2012 zu sehen.

Kleinteilige Stoffmuster spielen in der Serie „Fisch Scales, Véritable Hollandais“ die Hauptrolle. Die Stoffe werden von Oppenheim direkt auf das Fotopapier gelegt und in verschiedenen Schichtungen und Winkeln belichtet. Es entstehen moiré-ähnliche Bewegungseffekte, die den abstrakten Werken aus jedem Blickwinkel neues Leben einhauchen.

„Passage oft he moon over two hours“

Oppenheims ausgestellte Arbeiten wirken nicht nur von sich aus. Durch das Wissen um ihre Entstehung erhalten sie zusätzliche Dichte und Atmosphäre. Beispielsweise wählt sie zum Motiv passendes Licht für die Belichtung. Bestechend zarte Werke sind Oppenheim dabei in der Reihe „Passage oft he moon over two hours“ gelungen. Ein historisches Negativ eines Mondaufgangs aus Frankreich hat die Künstlerin dafür  in drei unterschiedlichen Nächten unter Mondlicht belichtet.

Ein ähnlicher Ansatz ist in den „Heliograms“ zu finden, einem ebenfalls historischen Sonnen-Negativ, das Oppenheim zu acht unterschiedlichen Tageszeiten an drei unterschiedlichen Tagen mit Sonnenlicht belichtete. Feuer ist das passende Belichtungswerkzeug für die Arbeiten, deren Motive Rauch aus Vulkaneruptionen und Feuersbrünsten zeigen.

Oppenheim als Historikerin

Oppenheim betätigt sich in ihren Arbeiten als Historikerin, wenn sie die Anfänge der Fotografie wieder aufnimmt. Und sie ist technische Experimentatorin, wenn sie mit verschiedenem Licht, wiederkehrenden Motiven nach festem Zeitplan und Ähnlichem arbeitet. Insgesamt eine Ausstellung, deren Werke aus ästhetischem wie aus forschendem Besucherblick viel Vergnügen breiten.

Die Ausstellung „Everyone’s Camera“ von Lisa Oppenheim ist in der Oberen Galerie im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1, noch bis zum 24. Februar zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Von Isabel Trzeciok

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