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„Will’s doch ’n bisschen lustig machen“

„Zärtlichkeiten mit Freunden“ „Will’s doch ’n bisschen lustig machen“

Christoph Walther redet, Stefan Schramm schaut zu. Meistens jedenfalls. Sie nennen sich Cordula Zwischenfisch und Ines Fleiwa, zusammen sind sie „Die bekannte Band Zärtlichkeiten mit Freunden“ oder auch nur „Zärtlichkeit mit Freunden“. Und sie machen Unsinn auf hohem Niveau. Am Dienstagabend waren die Freunde, die sich schon im Sandkasten kennengelernt haben, zu Gast im Club Vertigo auf dem Platz der Göttinger Sieben.

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Schräg und anarchisch: Ines Fleiwa (Stefan Schramm, links) und Cordula Zwischenfisch (Christoph Walther).

Quelle: EF

Walther und Schramm kommen aus Riesa, einer Stadt mit rund 34    000 Einwohnern in den neuen Bundesländern. Daher sagen sie Wörter wie „soe“, wenn sie „so“ meinen. Oder „oh ni“ für „auch nicht“. Und in der Pause schicken sie die Zuschauer zum „Rochen“. Walther und Schramm sind eben Sachsen. Und Musiker. Grobmusiker jedenfalls, meinen sie selbst in Anlehnung an Grobmotoriker.

Rund fünf Lieder bringen sie an diesem Abend in etwa zwei Stunden zu Stande, meistens Cover von älteren Charthits. Schramm schrammelt auf seiner E-Gitarre, Walther holzt auf dem Schlagzeug (ein Becken muss diesmal sein Leben lassen). Musizieren können beide besser, wollen sie aber nicht. Denn eigentlich geht es ums Plaudern, und da ist das Duo gar nicht so weit entfernt von komödiantischen Kollegen wie Helge Schneider oder Olli „Dittsche“ Dittrich. Walther treibt den Abend voran. Er erzählt einfach los und schaut, wo er landet. Auch Schramm ist dann ahnungslos und muss daher mehr als einmal herzhaft lachen über die Schrägheiten seines Kollegen.

Ein wenig haben sie sich vorab über Göttingen informiert und wissen von den Göttinger Sieben, den aufmüpfigen Professoren um die Brüder Grimm. „Die sind wie sieben Zwerge, nur mit Muckis“, meint Walther. Zu Ohren gekommen ist ihnen auch, dass Göttingen bisweilen Revoltenstadt genannt wird. „Ein bisschen komisch, hier zu spielen, so ohne Zaun“, meint Walther.

Zahlreiche, auch bedeutende Preise haben Walther und Schramm mit ihrem anarchischen Humor abgeräumt.Beim Festival Open-Flair in Eschwege füllten sie ein veritables Zelt. Im Vertigo kicherten sich rund 25 Besucher inklusive des Thekenpersonals durchs Programm. „Will’s doch ’n bisschen lustig machen“, sagt Walther über seinen Anspruch an die Show. Und: „Was haben wir denn sonst?“ Sicher noch ganz viel Musikalität und schauspielerisches Talent. Doch für einen Abend mit „Zärtlichkeiten mit Freunden“ reicht lustig.

Von Peter Krüger-Lenz

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