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Regional „Wir sind hier, und wir sind laut“
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11:21 04.10.2010
Start in einen ausgelassenen Abend: die Göttinger Band „Wies geht“. Quelle: Vetter
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„Wies geht“ garnieren ihren Ska vielseitig mit Elementen aus Funk, Jazz und Hip-Hop. Dabei fällt Holli, dem Posaunisten, immer wieder eine tragende Rolle zu, die er, über alle Genres hinweg, hervorragend meistert. Ihre Punk-Attitüde will die junge Göttinger Band in ihren deutschen Texten gar nicht verleugnen. Das bei weitem am häufigsten gesungene Wort ist folgerichtig „scheißegal“. Warum allerdings nach energiegeladener Show als Zugabe ausgerechnet eine zähe Nummer gegeben wird, bleibt unklar. Der Titel allerdings wird dem Song gerecht: „Verstopfung“. Im Anschluss will die Show von „The Chiantis“ nicht in Fahrt kommen. Sänger Luca hat seine Gitarre in Beatmanier hoch gehängt und überzeugt mit fester Stimme, die er gerne im Falsett gebraucht. Schöne Licks und Breaks sorgen für Abwechslung bei den intelligent arrangierten Stücken der Einbecker. Trotz allem ist die Band zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Die Folge: Lange Pausen ohne Ansage zwischen den Titeln, der Kontakt zum tanz- und feierbereiten Publikum bricht ab.

„Nullkommanix“ geben sich gar nicht erst mit solchen Nebensächlichkeiten ab. Sie feuern ihren handgemachten Rock’n’ Roll aus allen Rohren und überzeugen mit einem fetten und tanzbaren Brett. Die jungen Besucher vor der Bühne stürzen sich ins Pogogetümmel. Der Schlagzeuger legt einen prasselnden Drumteppich aus und die Kollegen liefern giftige Gitarrenriffs. Die Sprungfiguren der Musiker tun ein Übriges die Stimmung anzuheizen. Da braucht es keinen Workshop zum Thema Bühnenpräsenz. Rotzig, frech, schnell und laut. Bewegung gehört auch bei „Stan, Tom & Bazel“ zum Programm. Die Disziplin „Jump“ entscheiden die Göttinger Punkrocker sowohl vor als auch auf der Bühne klar für sich. Die Besucherzahl hat sich um 23.30 Uhr fast halbiert, aber die Verbliebenen haben ausgelassen Spaß. Crowdsurfing funktioniert auch mit wenigen, wenn sie nur zupacken. Die Göttinger rocken im Stehen und im Liegen. Gitarrist Welm kann auch hinter dem Kopf – Szenenapplaus. Als einzige Band des Abends hat sie ihre eigene Beleuchtung mitgebracht. Farbwechselnde LED-Röhren ergänzen das etwas lieblos gehängte Licht in der Musa. Die Fans sind sogar auf die Unmöglichkeit schlechthin vorbereitet: Zur Punk-Ballade erstrahlen Dutzende von Maxi-Wunderkerzen, ein schöner Abschluss. Christoph Mischke

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