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Zahllose Facetten des Meeres

Didier Squibans Zahllose Facetten des Meeres

Könnte man musikalische Kunstwerke nicht hören sondern als lautmalerische Bilder betrachten – an Didier Squibans Werken könnte man sich lange nicht satt sehen, würde ständig neue Facetten entdecken.

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Sehr poetisch: der Franzose Didier Squiban.

Quelle: Theodoro da Silva

Dieses Gefühl vermittelte der bretonische Pianist in seinem Konzert in der Göttinger Waldorfschule. Inspirationsquelle ist für ihn vor allem seine bretonische Heimat, allem voran das Meer, dessen immer neue Stimmungen, Farben und Charaktere auch jeden Besucher faszinieren.

„L’estran“ heißt das neue Album von Squiban, von dem Tonträger gab er einige Stücke als Bearbeitung für Solo-Klavier zum Besten, stets liebenswert kommentiert und eingeführt. Darüber hinaus hatte er ältere Kompositionen im Programm, die typische bretonische Landschaften wie die „Sept îles“ oder die „Ile d’Ouessant“ zu musikalischen Ehren kommen lassen.

Auf tanzenden Wellen

So unerschöpflich wie die Momente am Meer sind die musikalischen Ideen des Franzosen. Jazz, klassische Elemente und Melodienstücke der bretonischen Folklore finden sich in den Stücken zu einem ebenso aufregenden wie harmonischen Ganzen zusammen, lassen immer wieder neue Themen und Motive aufblitzen, wie Sonnenstrahlen auf den tanzenden Wellen.
Squiban gibt sich ganz seinen Stücken hin, summt mit, die Finger tippeln über die Tasten wie eine quirlige Krabbe über den Strand. Was er aus bestehenden Arrangements und improvisierten Passagen an musikalischen Bildern schafft, ist so anschaulich, dass vor dem inneren Auge des Zuhörers problemlos die beschriebenen Situationen und Landschaften auftauchen, egal, ob eine wild tosende Brandung an zerklüfteten Klippen oder die Ruhe der See am scheinbar zeitlosen Wendepunkt der Gezeiten.

Wie die Bretagne selbst, oder wenigstens wie das Bild, das man von ihr haben mag, ist Squibans Musik: sehr poetisch und verwunschen, manchmal ein wenig rau und doch voller Lebensfreude. Der Pianist schafft all das mit einem einzigen Flügel und dank seiner nie versiegenden Inspirationsquellen.

Von Isabel Trzeciok

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