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Zuckersüße Keyboardmelodien

„Le Fly“ und „Die Rakede“ Zuckersüße Keyboardmelodien

Tanzmusik im Rock-Club verheißt das Konzertplakat. Da reibt sich der nichtwissende Passant verwundert die Augen. Die zahlreich angereisten Fans vor und im Göttinger Live-Club Exil wissen allerdings was sie erwartet. Mit „Le Fly“ und „Die Rakede“ rocken zwei junge, wilde Bands mit ihrer ganz eigenen Interpretation des Genres das Haus im Doppelpack.

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Party-Band aus Hamburg: „Le Fly“ mit Spaß an St. Pauli.

Quelle: EF

Was den Oldschool-Tanzmuckern ihr cremefarbener Anzug, ist den „Rakeden-Jungs“ ihr intergalaktisches Outfit mit roten Satin-Trainingsjacken und silbernen Pumphosen. Und die Burschen lassen sich nicht lange bitten: Fröhlich kaspern und rappen sich die Sechs durch ihr kurzweiliges Programm und haben, ebenso wie die jungen Gäste, extremen Spaß daran. „Wir wollen immer mehr“, schallt es durch den Keller und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Die Kölner Band gewann bei einem Internet-Voting einen Plattenvertrag bei Universal und wird seitdem vom Label konsequent gefördert. Völlig zu Recht, denn das fröhliche Sextett bietet seinem feiernden Publikum eine abwechslungsreiche und vor allem gekonnte Mischung aus Rap und Hip-Hop, Rock’n’Roll und Disco, Funk und Soul.

Dabei bedienen sie sich gekonnt schamlos bei namhaften Vertretern der Musikbranche wie Jan Delay, Fettes Brot oder Seeed. Neben einer krachenden Gitarre und den pumpenden Bassläufen fallen vor allem, die 1980er lassen grüßen, die zuckersüßen Keyboardmelodien auf, die dem Gemisch erst die richtige Würze verleihen. Die Kölner Truppe mit Kultpotenzial veranstaltet einen ordentlichen Budenzauber und manch einer hätte sie wohl gerne als Headliner gesehen. Von dieser großartigen Combo wird die Musikwelt noch einiges hören. „Tanzt so beschissen wie ihr könnt, ihr Schweine“, bereiten sie die Bühne für „Le Fly“.

Die Hamburger legen energetisch und vor allem lautstärkemäßig mindestens zwei Schippen nach und haben das Publikum sofort wachsweich in den Händen. Ihre Mixtur aus Hip-Hop, Rock, Ska und Schnaps kommt an. Die Hütte kocht im Nu, der Mob tobt, macht jedes Mitsing-, Sitz- und Jump-jump-Spielchen mit. Alle Hände recken sich zur Kellerdecke, von der es mittlerweile tropft, und „fliegen mit Le Fly“. Ihren hohen Bekanntheitsgrad verdanken „Le Fly“ nicht zuletzt dem Song „We love FC St. Pauli“, den sie zu deren Aufstieg in die Erste Bundesliga im vergangenen Jahr eigens geschrieben haben. Klar, das der Song auch im Exil unter Zugabe von Bier ausgiebig zelebriert wird. Bei nüchterner Betrachtungsweise klingen die Stücke aber doch recht ähnlich und auch nicht wirklich neu. Die Hamburger sind Spitzen-Partymucker und wollen wohl auch nichts anderes sein, die kreativere und vielseitigere Band kommt aus Köln.

Von Christoph Mischke

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