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Regional Zwei kleine Hunde und eine singende Säge
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00:17 24.12.2016
„Glanz und Elend der Weihnachtswunderzeit“ bringt die Compagnia Buffo auf die Bühne. Quelle: R
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Göttingen

„Wo liegt eigentlich der Ursprung des Fests?“ „... der liegt in der Vergangenheit, in der Religionsgeschichte.“ … „Seit wann hat Weihnachten mit Religion zu tun?“ Herr Klaus im langen roten Mantel, Herr Ruprecht und der Rauschgoldengel haben schon ziemlich einen im Tee und krempeln erst einmal die Weihnachtsgeschichte auf links. Also, Maria hat die Schlange gebissen, und deshalb sind sie und Josef aus dem Paradies geworfen worden. Ist doch klar.

Slapstick wechselt mit Schattentheater, Maskenspiel mit Zaubervarieté, Kasperletheater mit Krippenspiel, Tragödie mit Komödie. Die Stilmittel des Jahrmarkttheaters sind vielfältig wie auch die Stimmungen, die Willi Lieverscheidt, Kasha B. und Benedikt Hench auf die Bühne zaubern. Von derb, klamaukig und bitterböse bis humorvoll und besinnlich zart geht es zu in Compagnia-Buffo-Manier rund um das Fest der Feste. In kurzen Szenen und Episoden zeigen die drei Komödianten ihre Wandlungsfähigkeit.

Blutig und grotesk wird es beim Schattenspiel „Thai Curry“, einer Weihnachtsgeschichte nach Anatol Regnier. Das Essen an Heiligabend bei Familie Hartmann ist ungenießbar scharf, der Weihnachtsmann kommt ständig zur falschen Zeit, und Herr Hartmann rastet komplett aus. Was für eine Bescherung. Einfach herzerwärmend ist hingegen die Geschichte nach Elke Heidenreich vom unwiderstehlichen Schweinchen Erika. Tief traurig und dennoch tröstlich setzt die Compagnia das Schwarzlicht-Märchen vom „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ nach Hans Christian Andersen ganz poetisch und berührend in Szene.

Lustig geht es zu bei der „Hobbythek“, wenn Frau Pieper herumfuhrwerkt unter dem Motto „Wir basteln uns die Welt, wie sie uns gefällt“. Und als „Der trostlose Hund“ spielen die Hunde Picolina und Paulina mit ihrem Auftritt in einem Zauberstück sofort ihre zweibeinigen Kollegen an die Wand.

Musikalisch besinnlich und mitunter auch schräg wird es mit Multiinstrumentalist Benedikt Hench. Auf selbstgebauten Instrumenten, mit singender Säge, Glasorgel und Kuhglocken pustet er den Staub von den Weihnachtsklassikern. Mit traditionellen Theatermitteln wirbeln die Gaukler der Compagnia Buffo Weihnachtstraditionen durcheinander und fügen sie anarchisch bunt wie eine Wundertüte wieder neu zusammen. Mitreißend, bezaubernd und immer wieder empfehlenswert.

Eine weitere Vorstellung gibt es am Mittwoch, 21. Dezember, um 20.15 Uhr im Apex, Burgstraße 46, Kartentelefon 0551/46886.

Von Karola Hofmann

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