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Regional Zwischen New Wave, Gothic und Electronica: The Crüxshadows in der Musa
Nachrichten Kultur Regional Zwischen New Wave, Gothic und Electronica: The Crüxshadows in der Musa
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00:28 11.05.2015
Sucht immer den Kontakt zum Publikum: Sänger Rogue. Quelle: Heller
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Göttingen

Der Musiker mit dem imposanten Zottel-Haarschopf sucht in der Musa den engen Kontakt zu seinen Fans, bleibt vor ihnen stehen, fixiert sie mit stechendem Blick aus kajalschwarzen Augen. Dann wieder sucht er sich jemanden, für einen wilden Tanz. Einmal klettert er zur Begeisterung der 90 Konzertbesucher mit seinen schweren schwarzen Stiefeln behende auf einen Barhocker und wiegt sich dort oben zur Musik.

Zwischen New Wave, Gothic und Electronica changiert der Stil der Crüxshadows. Mit schwermütiger Stimme singt Rogue seine selbstgeschriebenen Songs, die Motive aus der antiken Mythologie der Ägypter und Griechen aufgreifen. David Wood und die katzenhafte Johanna Moresco sorgen mit ihren elektrischen Violinen für romantische Klänge. Diese bieten einen schönen Kontrast zum kalten, digitalen Sound von Keyboarderin Jen Jawidzik. Knackig, manchmal beißend ist die Gitarre von Mike Perez. Über allen thront Schlagzeugerin Jessica Lackey, die einen mächtigen Irokesenschnitt trägt.

Zwei Tänzerinnen mit langen blonden Pferdeschwänzen, Ally Knight und Stacia Hamilton, komplettieren die Band. Abgehackt, robotergleich bewegen sie sich zur Musik. Mal lassen sie Fahnen durch die Luft wirbeln, mal Tuchfächer, mal LED-Leuchten. Solche Leuchten hat auch der Leadsänger an seinen Lederarmbändern. Mit ihnen leuchtet er von Zeit zu Zeit sein Gesicht aus. Das kalte weiße Licht fällt dann auch auf seinen echsenhaften Schulterpanzer. Die Leuchten helfen den Fans, den Musiker in der Menge inmitten des Kunstnebels zu orten.

Südniedersachsens schwarze Szene, die aus Hildesheim, Holzminden, Northeim, Obereichsfeld und Osterode angereist ist, hat ihren Spaß. Ein Paar kommt gar aus den Niederlanden, um Crüxshadows zu erleben. „Wir haben ein Problem“, erklärt Rogue nach einem Lied. Sie seien eine amerikanische Band und in Amerika spreche man Englisch. Nun seien sie in Deutschland und in Deutschland spreche man Deutsch. So müht er sich, seine Mannschaft in der fremden Sprache vorzustellen.

In Deutschland hat die Band eine treue Fangemeinde. Sie hat dort sogar mehr Erfolg als in den USA. 2012 war die Formation, die 1992 in einer Kleinstadt in Florida gegründet wurde, in der Musa zu Gast. Damals war der Saal brechend voll – diesmal nicht. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch.

Von Michael Caspar

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