„Sie befinden sich hier!“ nennt er sein Kabarettprogramm und geht damit in trockener, unaufgeregter Art an den Themen der politischen und medialen Welt Deutschlands entlang. Vor allem die FDP bekommt es immer wieder ab an diesem Abend: „Angesichts der Finanzkrise die FDP zu wählen ist so, als würde man einen Waldbrand löschen wollen, in dem man ein Streichholz hinein wirft.“ Zu Guido Westerwelle wolle er nicht viel sagen, meint Uthoff. Der Grund: „Auch Kabarettisten haben ein Recht auf menschenwürdiges Leben.“ – Was eben nicht der Fall sei, müsse man sich eingehend mit den Berichten über den Außenminister beschäftigen.
Die Bemerkung, Kinder seien wie ein Bild von Bob Roos – „Interessant bei der Entstehung, aber nichts fürs Wohnzimmer!“ – kommt beim Publikum ebenso gut an wie die Parodie einer liebenden Mutter, die ihrem Sohn als Antwort auf sein Geständnis, ein Massenmörder zu sein, gelassen einen Teller Suppe anbietet. Weiter geht es dann aber mit weniger aufregenden Themen: mit nicht gerade kreativen Bemerkungen über Ost und West, über Angela Merkel, mit Sprüchen über die wirklich schon allzu oft besprochene übergroße Auswahlmöglichkeit in Coffeeshops, zu Guttenbergs Frisur und natürlich der Kirche.
Das Thema, das sich über allem durch den Abend zieht ist Uthoffs Aufruf zur Gelassenheit. Er erzählt beispielsweise die Geschichte eines Mannes, dem beide Hoden abgerissen worden sind und der daraufhin nur sagte „Das passiert schon mal.“ Uthoff meint, dass das der Grad Gelassenheit sei, den Deutschland brauche und mit dem es auch erreicht werden könne, die schwarz-gelbe Regierungskoalition zu überstehen.
Zu diesen Aufruf muss man sagen: Diese Gelassenheit hat Uthoff wohl längst verinnerlicht. Und dann „passiert es auch schon mal“, dass ein Kabarettprogramm nicht nur gelassen, sondern sogar ein bisschen belanglos wirkt.
Heller