Auf dieser Kavaliersreise, die er gemeinsam mit zwei Freunden unternahm, hat Hardenberg ein Tagebuch geführt. Dieses Werk hat Achatz von Kerssenbrock jetzt als Buch herausgegeben, nachdem er das Manuskript unter den Hardenbergschen Archivalien gefunden hatte und davon fasziniert war. Ausgangspunkt der „Reise um die Erde“ ist – nach durchzechter Nacht – der Münchner Hauptbahnhof am Neujahrstage 1901. Von dort geht es über Villach, Triest und das Mittelmeer nach Ägypten, von da nach Sri Lanka, Indien, Java und China nach Yokohama in Japan. Dort endet das Tagebuch am 3. September 1901: Ein Text, dem man anmerkt, das er nicht für die Familienchronik, sondern für externe Leser verfasst ist. Hardenberg gibt sich redlich Mühe, die fremden Länder und Menschen in ihrer Eigenart zu verstehen: keine Selbstverständlichkeit in Zeiten des florierenden Kolonialismus. Ausführliche Anmerkungen und Biografien ergänzen den Band. Auf ein Register allerdings muss der Nutzer verzichten.
Kuno Graf von Hardenberg: Meine Reise um die Erde. 566 Seiten, Matrix Media Verlag Göttingen, 34,90 Euro.
Von Michael Schäfer
Kommentare
Kommentar schreiben