Fast wie Zwillinge: Jens Kirschneck (l.) und Philipp Köster.
Drum gab es bei ihrer Lesung im Jungen Theater am Sonntag einen unerwarteten und gar nicht Brigitte-Diät-tauglichen Exkurs über Trennkost und den in keinem Verhältnis zum Aufwand stehenden dürftigen Erfolg. Kirschneck stöhnt immer noch über zu viele Pfunde. Er nimmt es allerdings mit Leichtigkeit: „Das Leben ist kreisförmig.“ – Nicht nur im Sport.
Da stimmt ihm auch Kollege Köster zu. Wie sie so dasitzen: hellbraune Kurzhaarfrisur mit Koteletten, runde Bäckchen, schwarzumrandete Brille, passen sie perfekt in ihre Rubrik über Zwillingsforschung „Nach der Geburt getrennt“ – auch, wenn sich Köster dort schon offiziell den Platz mit Robert Hoyzer teilt. Ein so schönes Paar wie Martin Demichelis und Andrè Rieu oder Luca Toni und Rocky Balboa geben sie jedoch nicht ab. Genug aus dem Mode- und Beauty-Ressort, es geht schließlich um die wichtigste Nebensache der Welt.
Köster und Kirschneck plaudern aus dem Nähkästchen, über Interviews, auf die sie stundenlang warten, um schließlich mit nichtssagenden Antworten wieder zurück in die Redaktion zu fahren, Jörg Wontorras pubertäres Faible für tiefe Dekolletés und ihre Liebe zu Arminia Bielefeld. Zwischendurch zeigen die beiden Journalisten unterhaltsame bis krude Filmausschnitte auf einer Großleinwand: Die Top Ten der besten Schwalben, Jogi Löw erwischt in unappetitlichen Situationen beim Nasebohren und Achselschweiß-Check, Sportstudio aus den Siebzigern.
Der Saal ist voll, sogar eine passable Anzahl an Frauen (geschätzte 30 Prozent) wollen Kirschneck und Köster zum Thema Fußball fachwitzeln hören. Und doch noch mal kurz zur Rubrik „Mode“: Viele Männer sind – wie sich das für einen anständigen Fußballabend gehört – in Turnschuhen, mit Vereinsschal oder Trikotjacke erschienen. Man sieht es ihnen an, dass sie jubeln können. Und am Schluss kann man es auch hören.
Von Eida Koheil