Schaurige Riesen Szene aus dem neuen DT-Kinderstück „Sophiechen und der Riese“.
Zur Geisterstunde machen sich die beiden, auf, um rund um den Globus „Leberwesen“ (kleine Kinder) zu verschlingen, dass die Knochen nur so knacken. „In Bombay schmecken die Kinder wie Bonbons – das ist bombig!“ Mit solchen Wortspielen lockert sich die angstvolle Atmosphäre jedoch schnell wieder.
Waisenmädchen Sophiechen kann nicht einschlafen und entdeckt den „GuRie“ (großartig: Karl Miller) vor seinem Fenster. Er nimmt es mit ins Riesenland. Dort agiert Nina Sarita Müller, die Sophiechen liebevoll inszeniert, mit einer Puppe, um die enormen Größenunterschiede zu verdeutlichen. Mit ihrem neuen Freund überlegt sich Sophiechen, wie man die Menschenfresser beim Kinderjagen stoppen kann. Nebenbei macht sie sich mit den Sitten im Riesenland vertraut. Mit dem „Blubberwasser“, welches Bläschen enthält die nach unten sprudeln, kann man zum Beispiel grandiose „Furzelbäume“ sausen lassen. Das Publikum ist äußerst amüsiert, einige der kleinen Zuschauer verziehen das Gesicht und halten sich die Näschen zu.
Die rettende Idee kommt dem Waisenmädchen, als der freundliche Riese ihr von seinem „Traumjob“, dem „Träumefangen“ erzählt. Mit einem Kescher fängt er die durch den Zuschauerraum surrenden Träume der Kinder ein und bläst sie mit der langen „Traumpustetrompete“ in die Gedanken der Schlafenden. Wieso sollte das nicht auch bei der Queen klappen?
Einen schaurigen Traum, der die Geschichte der kinderfressenden Riesen erzählt, später, eilt Sybille Weiser, jetzt ohne Knollnase und dafür mit Krone, als Königin von England zur Hilfe. Der Buckingham Palace ist im Studio des Deutschen Theaters nicht so riesig, als das der „GuRie“ problemlos zum Tee im königlichen Hause vorbeikommen könnte. Diener Mister Tips (ebenfalls in Doppelbesetzung: Dominik Bliefert) weiß Rat. Die Riesen-Jagd beginnt.
Eine wundersame Welt hat Regisseur Gero Vierhuff mit einfachen Mitteln – Bügeleisen sind Hubschrauber – kreiert. Das Bühnenbild, bestehend aus einer beweglichen Wand, ist spartanisch und lässt Platz für eigene Wunderwelten.
Von Sarah Lodder
Die nächste Vorstellung im Deutschen Theater Göttingen, Theaterplatz 11, im Studio um 16 Uhr am Mittwoch, 17. März.