Harmonierendes „Ensemble a quattro“: Till Spohr, Christian Schäfer, Dieter Fellmann und Veronica Kraneis (von links).
Zu Gast war das „Ensemble a quattro“, das mit dem 1964 gefertigten Nachbau eines historischen Cembalos auf die Bühne kam. In wenigen Tagen jährt sich der Geburtstag des Barock-Komponisten Bach zum 325. Mal: Anlass für das Ensemble, sich einiger Trio-Sonaten anzunehmen.
Trio-Sonaten gespielt von einem Quartett? Das funktionierte beim „Ensemble a Quattro“ ausgesprochen gut. Denn hier wirkt nicht einfach nur ein Instrument mehr mit. Durch solche Arrangements gelingt es dem Ensemble, aus der Vielfalt der musikalischen Themen immer wieder neue Aspekte und ungewohnte Nuancen herauszukitzeln, ohne dabei die Grundstimmung zu stören. Ob Kontrabass-Unterstützung für die entsprechenden Linien der Cembalo-Stimme oder Übernahme der Melodiestimme am Cembalo durch die Violine – die nicht ganz gewöhnliche Besetzung ermöglichte es ungewöhnlich gut, Bachs tanzenden Motiven zu folgen.
Mit Flötistin Veronica Kraneis, Dieter Fellmann an der Violine, Till Spohr am Kontrabass und Christian Schäfer am Cembalo hat sich eine Gruppe zusammengefunden, die technisches Können und Spielfreude ebenso vereint wie unterschiedliche musikalische Persönlichkeiten. Der Name ist treffend gewählt: „Ensemble a quattro“ - zu viert zusammen.
Das gekonnte Zusammenspiel hinderte das Ensemble natürlich nicht, auch ein Solo-Stück zu präsentieren. Die Chaconne in d-Moll für Solo-Violine war ein Glanzpunkt des Abends. Dieter Fellmann, zweiter Konzertmeister im Orchester des Staatstheaters Kassel, präsentierte das Stück in allen noch so schnellen und anspruchsvollen Aspekten präzise und dennoch voll heiterer musikalischer Eleganz. Ein rundum gelungenes Programm von einem gut harmonierenden Ensemble.
Von Isabel Trzeciok
Kommentare
Trio für vier Gast – 23.03.10
Ich erlaube mir an dieser Stelle den Hinweis, dass eine barocke Triosonate zu dritt weitaus spezieller wäre, als wie hier, zu viert. Der Basso continuo, der zu den beiden Soloinstrumenten spielt, wurde hier ganz gewöhnlich von einem Bass- und einem Harmonieinstrument ausgeführt. Das Außergewöhnliche ist doch eher die Verwendung des 16'-Kontrabass anstatt eines 8' Cellos, da hier eine Oktavlage ausgelassen wird (oder eben nur vom leiseren Cembalo gespielt wird). Aber auch das ist in der barocken Praxis durchaus nicht unüblich gewesen, allerdings mit einem Violonbass, der meines Wissens noch einen anderen, helleren Obertonaufbau hat. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben
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