Mit geballten Fäusten und Metall unterm Schuh: Irisches Stepp-Ensemble liefert eine flotte Show.
Ob so ein Publikumsmagnet die Massen verzaubert oder eher etwas abgedroschen wirkt, sei dahingestellt. Eine der zwei Tänzertruppen, die seit zwölf Jahren rund um den Globus touren, ist im Moment in Deutschland unterwegs.
Mit einer imposanten Bühnenshow begeistern die „irischen Stepp-Revolutionäre“ am Mittwochabend – pünktlich zum St. Patrick’s Day – rund 2500 Fans in der Göttinger Lokhalle. Die Tanz-Show erzählt eine alte irische Legende vom Kampf der guten gegen die bösen Mächte. Obwohl dies im ersten der beiden Teile nicht wirklich deutlich wird, ist das Publikum gefesselt von den Akteuren. Von gälischen Gesängen über fröhlich tanzende Geiger und die beinahe burlesken Bewegungen der Frauen bis hin zu den brillanten Steppeinlagen ist der Auftritt sehr unterhaltsam.
Untermalt wird die Darbietung der Tänzer durch die funkelnde Beleuchtung. Dabei bekommt man jedoch den Eindruck, dass das Drumherum wichtiger sei als das tatsächliche Können der Künstler. Mit unzähligen bunten Scheinwerfern, die durch die ganze Halle schweifen, laut knallenden Feuerwerken und einem Sternenhimmel, der plötzlich auf dem Bühnenhintergrund aufleuchtet, gibt es nicht nur das faszinierend schnelle Klacken der Hacken zu hören, sondern auch viel zu schauen.
Allem voran sind die ständig wechselnden Kostüme ein Hingucker. Die barbiehaften Tänzerinnen mit falschem Haar und langen Wimpern hüpfen in kurzen Kleidchen über die Bühne, während die Männer schutzschildähnliche Waschbrett-Bäuche aus Plastik um ihre Hemden geschnürt haben. Dabei ist zwischen den farbenprächtigen Guten und deren Antagonisten, den dunkel gekleideten Bösen, zu unterscheiden.
Ein weiterer Blickfang sind die neonfarbenen Outfits, die bei einem Tanz im Schwarzlicht herrlich aufleuchten. Das manchmal gestellt wirkende Grinse-Ensemble versetzt die Zuschauer mit der einwandfrei einstudierten Choreographie in euphorische Stimmung. Es wird zum Tappen der Schuhe mitgeklatscht, und am Ende gibt es sogar Standing Ovations.
Schade nur, dass die gesamte Vorstellung mehr Schein als Sein verkörpert. Denn die Tänzer hätten sicher auch ohne viel Tamtam, allein durch ihr Talent begeistert. Aber so ist es wohl mit Publikumsmagneten – alles nur Show.
Von Sarah Lodder
Kommentare
faire Kritik ungläubiger Thomas – 20.03.10
Die großen Besucherzahlen geben den Veranstaltern recht und wenn man das als Abschiedstournee bezeichnet sichert das weitere gute Verkaufszahlen, war auch so, als Michael Flatley noch wirklich dabei war und seine Abschiedstour gab......; ob das Preis-/ Leistungsverhältnis stimmt, mag man dahin gestellt lassen, aber: zu wenig zu verlangen, wäre Dummheit (wenn es denn, wie bewiesen, bezahlt wird)... eine ehrliche Kritik, einer nachdenklichen Redakteurin darf aber gestattet sein; die große, angekündigte Anzahl von Tänzern darf bezweifelt werden (die konnten sich nur schnell umziehen) und bei der Schlußverbeugung waren auch Bühnenarbeiter dabei !!! Es gibt ja Stimmen (Internet), dass nicht nur die Musik vom Band kommt, sondern auch das Steppen und Klatschen; Die Beleuchtung und das Stroboskop-Licht läßt eine Kontrolle der Sychronität der Bewegung mit dem Ton nicht zu; wie sollte auch der Sound des Steppens eingefangen werden? Vom Bühnenboden? von Mikros an den Schuhen? Aber was soll's; wenn es Spaß gemacht hat! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenSuper rb – 19.03.10
Immer wieder schön, wie Provinz-Redakteure versuchen Veranstaltungen, von denen sie absolut keine Ahnung haben, schlecht zu reden um offiziell die kritische Distanz wahren zu können. Aber gerade bei Lord of the Dance hätte der Dame ein paar Hintergrundinfos ganz gut getan. Leider Thema verfehlt. Setzen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenIrish ralie – 19.03.10
Werte Fr. Lodder.Brezeln sie sich nicht jeden Tag auf ?
Und sie stehen nicht auf der Bühne!
(zum Glück!)
Vom Irishen Wesen haben sie nicht die geringste Ahnung.
Dem Publikum hat's gefallen, dass ist der Sinn.
Erin go braugh !
ru
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