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Charmantes Kabinett der Kuriositäten

Händel-Festspiel-Ensemble Charmantes Kabinett der Kuriositäten

Feinste Kammermusik gab es unter dem Motto „Alte Musik in alten Mauern“ am Donnerstagabend im Muthaus der Burg Hardeg in Hardegsen zu hören. Das Festspiel-Ensemble Göttingen hatte dort einen Außentermin der Händel-Festspiele. Außer Werken Georg Friedrich Händels gab es noch Kompositionen seiner Zeitgenossen Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach zu hören.

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Musiker aus den USA: das Festspiel-Ensemble in Hardegsen.

Quelle: Heller

Hardegsen. Das fünfköpfige Festspiel-Ensemble – US-amerikanische Musiker aus dem Händel-Festspiel-Orchester – brillierte mit harmonischem Zusammenspiel und bemerkenswerten Solo-Leistungen. Eingerahmt von zwei Händel-Sonaten in Arrangements für das gesamte Ensemble wurden unter anderen Zwei Solo-Stücke Bachs.

Hier konnte in der Toccata e-Moll für Cembalo Wilhelmina van Proosdij musikalischen Glanz verbreiten. Am Violoncello zeigte anschließend Phoebe Carrai in der Suite Nr. 2 d-Moll den Facettenreichtum ihres Instruments, der so häufig im Ensemblespiel nur untergeordnet zur Geltung kommt. Diesmal bot sich der Künstlerin ein breites Feld, um ihre herausragenden technischen Fähigkeiten und ihr musikalisches Einfühlungsvermögen voll auszuspielen.

Ein charmantes Kuriositätenkabinett präsentierte das Ensemble mit Georg Philipp Telemanns Suite D-Dur „Gulliver-Suite“ für zwei Violinen, die auf dem um 1727 erschienen Buch „Gullivers Reisen“ basiert. Den wilden Reigen der dort entworfenen Figuren setzte Telemann phantasie- und anspruchsvoll, vor allem aber mit viel Humor in Musik um. Die Violinistinnen Elizabeth Blumenstock und Lisa Weiss ergänzten die Sätze der Musik um Sätze aus dem Text, welche die jeweiligen Figuren charakterisieren.

So tauchten auf der Burg Hardeg die rasant tippelnden Liliputaner ebenso bildlich vor dem inneren Auge auf wie die behäbig-riesenhaften Leute von Brobdingnag. Und die „Furie der unartigen Yahoos“ mutete mit ihren aufmüpfigen „Ausrutschern“ in Takt und Tönen äußerst modern an. Ein fast lateinamerikanischer Anklang fand sich dann bei David Taylers Theorbe-Einsatz in Händels Sonate op. 2 Nr. 5 g-Moll. So gelang dem Festspiel-Ensemble der Bogenschlag von der alten Musik in alten Mauern in heutige Herzen bestens.

Von Isabel Trzeciok

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