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Ensemble „Babar Layar“ in der Göttinger Nikolaikirche

Musikalisch reizvoll Ensemble „Babar Layar“ in der Göttinger Nikolaikirche

Das erste Nachtkonzert der Festspiele führte musikalisch nach Java. Das Ensemble „Babar Layar“ aus Hannover demonstrierte die Schönheit der Gamelan-Musik in der Nikolaikirche – ohne sich Händel zu sehr anzubiedern.

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St. Nikolai

Quelle: Archivbild

Göttingen. Das war eine gute Entscheidung, denn die Zuhörer, die sich zu so später Stunde in der Kirche einfanden, dürften vor allem an der hierzulande immer noch relativ unbekannten Musikform aus Indonesien interessiert gewesen sein.

Gamelan bezeichnet nicht nur eine Sammlung unterschiedlicher Stile, sondern auch eine Ensembleform, die sich fast ausschließlich aus Metallophonen wie Gongs und Xylophonen zusammensetzt. Diese werden systematisch gruppiert und im Falle von „Babar Layar“ von zehn Musikern bedient.

Das daraus resultierende Tonsystem ist im Falle des javanesischen Gamelan fünf oder siebentönig. Musikalisch reizvoll ist die Einbettung der Hauptmelodie in unterschiedliche rhythmische Muster, die durch stark variierende Tempi weiter ausdifferenziert werden.

„Babar Layar“ verknüpfte traditionelle indonesische Stücke mit Eigenkompositionen des Ensemblemitglieds Gunter Lege.

Übersetzt heißt das Hühnerruf

Diesem saß bei der Namensgebung zu „Kandang Ayang“ der Schalk im Nacken: Übersetzt heißt das Hühnerruf, und auch wenn Händel wohl höchstwahrscheinlich nie im Wienerwald gespiesen haben dürfte, erinnert dieser Titel doch sehr an Brat-Hendl.

Abseits derlei Wortspielereien gab es aber doch musikalische Parallelen zu entdecken: In Leges „Jaya Docter Sion“ erklang  der berühmte Chorsatz aus Händels  Oratorium „Judas Maccabaeus“, auch das ein oder andere Hallelujah war in „Rangu Rangu“ zu entdecken.

Solche Wiedererkennungsmomente machten Spaß. Letztendlich kommt Gamelan aber natürlich auch ohne Händel gut zurecht. Die statische Melodiegestaltung entfaltet vor dem Hintergrund ihrer rhythmischen Einbettung ihre eigene Ästhetik – und die funktioniert auch ohne Kontrapunkt.

Weitere Infos auf: babar-layar.de

Von Jonas Rohde

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