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Händel-Festspiele 2013: Letztes Konzert auf dem Rittergut Besenhausen

Barockmusik im Schafstall Händel-Festspiele 2013: Letztes Konzert auf dem Rittergut Besenhausen

Spätestens seit Erfindung des Schleswig-Holstein-Festivals sind Scheunen als Konzertstätten medienwirksam entdeckt worden. Nun haben auch die Händel-Festspiele den Weg dorthin gefunden.

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Trio mit Gast: „Die kleien Nachtmusik“ und  M. Übellacker am Hackbrett.

Quelle: Heller

Besenhausen. Am Pfingstmontag gastierte in der Scheune des Ritterguts Besenhausen vor rund 350 Zuhörern das Ensemble „Die Kleine Kammermusik“ und setzte damit einen bezaubernden Schlusspunkt des Festivals.

Der Kulturring der Gemeinde Friedland, Mitveranstalter des Konzerts, organisiert seit mehreren Jahren an dieser Stelle erfolgreich Pfingstkonzerte. Die Besitzer des Rittergutes stellen ihre Räumlichkeiten für solche Gelegenheiten der Öffentlichkeit zur Verfügung.

„Die kleine Kammermusik“, benannt nach einem Werk von Telemann, ist ein Trio mit dem Cembalisten Andreas Küppers, dem Oboisten Benoît Laurent und der Cellistin Kristin von der Goltz, alle ausgewiesene Barockspezialisten.

Sie hatten einen Gast mitgebracht: Margit Übellacker, eine Hackbrett-Spielerin, die sich nicht bayrischer Stub’n-Musi, sondern der Wiederbelebung des barocken und mittelalterlichen Repertoires für dieses Zupfinstrument widmet.

Weil man im Barockzeitalter in der Wahl des Instrumentariums sehr freizügig war, ist die Verwendung eines Hackbretts keinesfalls illegitim.

Reich abgestufte Dynamik

Und so konnte man gleich in der eröffnenden Sinfonia aus dem Händel-Oratorium „Solomon“ die Reize des Hackbrett-Klangs genießen, die Töne mit metallisch scharfem Beginn und sanftem Nachklang, die sich bei entsprechend kräftigem Anschlag aber auch selbstbewusst in den Vordergrund stellen können.

Virtuos wirbelt die Solistin mit ihren Schlägeln über die Saiten, bezaubert mit reich abgestufter Dynamik und dementsprechend differenzierter Gestaltungskraft, wie sie noch im Verlauf des Abends an weiteren Stücken zeigte.

Ihre Kollegen der „Kleinen Kammermusik“ stehen ihr nicht nach. Küppers ist ein hochprofessioneller, stilsicherer Musiker: nicht nur an Cembalo und Orgel, sondern auch am sogenannten Lautenwerk, einem mit Darmsaiten bespannten kleinen Cembalo, das betörend weich klingt.

Ausdruckstiefe Flexibilität

In Händels e-Moll-Suite bewies Küppers ausdruckstiefe Flexibilität, eine Eigenschaft, die auch Oboist Benoît Laurent in Sonaten der Händel-Kollegen Castrucci und Vincent beispielhaft vorführte.

Cellistin Kristin von der Goltz spielt hoch engagiert – etwa Sammartinis wunderbare a-Moll-Sonate –, doch manchmal tut sie dabei des Guten zu viel, wenn sie mit der Emphase ihres Ausdrucks ihre Mitmusiker zu übertrumpfen scheint. Das machte sich vor allem in Triosonaten bemerkbar. Begeisterter Beifall samt Hackbrett-Zugabe.

Von Michael Schäfer

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