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Händel-Festspiele 2013 Oboist Albrecht Mayer in Einbeck
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00:18 17.05.2013
Warm im Klang: Mayer spielt seine Oboe d‘amore. Quelle: Heller
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Einbeck

Es bietet dafür mehr als 300 Sitzplätze in einer Atmosphäre technisch-wissenschaftlicher Nüchternheit, die aber durchaus mit dem Ausdrucksreichtum von Barockmusik harmoniert.

Am Montag war dort der Oboist Albrecht Mayer zu Gast, der am Vorabend im Konzert mit dem Göttinger Symphonie-Orchester das Publikum in Begeisterung versetzt hatte. Nach Einbeck kam er mit seinem Cembalisten Naoki Kitaya.

Zwei Sonaten, die Händel in Italien (HWV 357) und in London (HWV 366) geschrieben und ausdrücklich der Oboe zugedacht hat, leiteten die beiden Konzerthälften ein: wunderschöne Musik, die freilich die Virtuosität eines Albrecht Mayer nur in geringem Maße herausfordert.

Überzeugende Ergebnisse

Der Oboist zeigt gern, was er kann, zeigt auch gern, dass er den Kontakt mit dem Publikum mag – was ihm die Hörer mit wachsender Zuneigung danken.

Mayer plädiert für eine Großzügigkeit in Fragen der Bearbeitung. Wenn die Ergebnisse so überzeugend klingen wie etwa in dem Oboenkonzert, dessen drei Teile aus Sätzen verschiedener Bachscher Kantaten arrangiert sind, dann kann man gar nicht anders als ihm zuzustimmen.

Einerlei, ob die Vorlage etwa eine Tenorarie oder ein instrumentaler Zwischensatz mit originaler Oboenstimme ist: Mayer spielt mit solch unangestrengter Leichtigkeit, Innigkeit und glänzender Virtuosität, dass man nur noch staunend genießen und diese Kunst bewundern kann.

Andreas Staier nicht minder virtuos

Das gilt gleichermaßen für das – aus einem Cembalokonzert rekonstruierte – Konzert für Oboe d’amore Bachs (BWV 1055), das als offizielles Schlussstück des Abends fungierte.

Der gegenüber der Normal-Oboe nach unten erweiterte Umfang dieses Instruments entspricht ziemlich genau dem einer Mezzosopranistin.

Cembalist Naoki Kitaya – ausgebildet unter anderem bei dem aus Göttingen stammenden Andreas Staier – präsentierte sich solistisch nicht minder virtuos mit einem Set Händelscher Opernstücke, die in ein brausendes Finale aus diversen kriegerischen Themen von vier barocken Opernkomponisten mündeten.

Nach einer geraumen Weile ergriffener Stille

Dazu spielte Kitaya sehr konzentriert und fein artikuliert Bachs Präludium, Fuge und Allegro Es-Dur BWV 998.

Über das gedruckte Programm hinaus bot Mayer noch zwei ausdrucksintensive Instrumentalsätze aus den Bach-Kantaten „Weinen, klagen, sorgen, zagen“ und „Ich steh mit einem Fuß im Grabe“, die auch im Original eine solistische Oboenstimme besitzen.

Und am Schluss verzauberte er sein begeistertes Publikum mit der Händel-Arie „Lascia ch‘io pianga“. Dass der Beifall dafür erst nach einer geraumen Weile ergriffener Stille einsetzte, bewies, wie tief sich Mayer in die Herzen seiner Hörer gespielt hatte.

Von Michael Schäfer

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