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Händel-Festspiele 2013 Oboist Albrecht Mayer tritt zweimal bei den Händel-Festspielen auf
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00:17 10.04.2013
Will ein musikalisches Pasticcio bieten: Oboist Albrecht Mayer spielt Werke von Händel. Quelle: Kasskara
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Göttingen

„Naive Anmut, unberührte Unschuld, stille Freude wie Schmerz eines zarten Wesens, alles dies vermag die Oboe im Kantabile aufs Glücklichste wiederzugeben“, schrieb Hector Berlioz 1844 in seiner Instrumentationslehre. Wer den Oboisten Albrecht Mayer hört, der weiß, dass Berlioz recht hat.

Mayer, geboren 1965 in Erlangen, seit 1992 Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker, ist einer der renommiertesten Vertreter seines Fachs in Deutschland. Dreimal erhielt er den Echo Klassik: als bester Instrumentalist (2004), in der Kategorie Beste DVD für sein Album „New Seasons“ (2008) und als Instrumentalist des Jahres für sein Album „Bach“ (2010).

Zweimal tritt Mayer bei den Internationalen Händel-Festspielen auf: als Solist mit dem Göttinger Symphonie-Orchester (GSO) am Sonntag, 12. Mai, um 19.30 Uhr in der Stadthalle sowie mit einem Kammermusikprogramm am Montag, 13. Mai, um 19.30 Uhr im Biotechnikum der KWS Saat in Einbeck. Das Werk, das Mayer mit dem GSO aufführt, heißt „Concerto ,Verdi prati‘ als Konzert für Oboe d’amore und Orchester“ und wurde von Andreas N. Tarkmann arrangiert und instrumentiert.

Freiheit genommen

Wieso spielt Mayer kein Händelsches Original-Konzert? Der Musiker: „Es gibt drei Händel-Oboenkonzerte, also Originale. Die ersten beiden sind sehr einfach gehalten, sehr wenig spektakulär, also gar nichts im Vergleich zu einer normalen Händel-Oper, wo er unglaublich dramatische Arien gemacht hat. Das dritte Konzert, das ich auch schon sehr oft gespielt habe, ist genau das, was ich jetzt auch präsentieren werde, nämlich ein Pasticcio, eine „Pastete“, zusammengestellt aus bekannten Stücken Händels. Insofern habe ich mir mit Andreas Tarkmann die Freiheit genommen, so etwas Ähnliches zu machen – nur, dass wir Arien von Händel genommen haben, die noch spektakulärer sind als die Musik, die Händel [im dritten Oboenkonzert] geschrieben hat.“

Der Tonumfang der üblichen Oboe entspricht ungefähr einer Sopranstimme, die Oboe d’amore ist das nächsttiefere Schwesterinstrument, also die Altstimme. In seinem Konzert benutzt Mayer nicht das eher leise Instrument, das Bach vielfach verwendet hat, sondern eine Oboe d’amore anderer Bauart.

Der Solist erläutert: „Weil ich mit Andreas Tarkmann Alt-Arien herausgesucht habe, die Händel für Heroen, für weibliche Heldinnen geschrieben hat, musste ich ein Instrument nehmen, das eine richtige Altistenstimme hat, also nicht so etwas ganz Zartes. Dafür habe ich eine Art Schallstürze am Instrument, was es damals übrigens auch schon gab.“ Dirigent des Konzerts ist Christoph-Mathias Mueller.

Konzerte mit Otter und Piau

Zwei weitere international renommierte Solistinnen gastieren bei den Händel-Festspielen. Die aus Schweden stammende Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter gibt am Donnerstag, 16. Mai, ein Konzert in der Stadthalle. Auf dem Programm stehen Arien von Monteverdi bis Händel, es spielt die Cappella Mediterranea unter der Leitung von Leonardo García Alarcón. Ihr Göttinger Debüt gab Anne-Sofie von Otter bereits bei den Händel-Festspielen 1988. Damals sang sie unter John Eliot Gardiner im Oratorium „Jephtha“ die Partie der Storgè.

Mit der französischen Sopranistin Sandrine Piau ist eine weitere Barockspezialistin in Göttingen zu hören. Sie singt im Galakonzert am Sonnabend, 18. Mai, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Händel-Arien aus „Alexander Balus“ und „Giulio Cesare“. Das Festspielorchester Göttingen unter Laurence Cummings steuert die „Turcaria“ von Johann Joseph Fuchs bei, ein aufwendig instrumentiertes musikalisches Schlachtengemälde, das die Türkenbelagerung Wiens im Jahre 1683 zum Thema hat. Außerdem tritt in diesem Konzert das Ensemble Naya um den Countertenor Yaniv d’Or auf, das Klänge und Instrumente aus dem Abend- und dem Morgenland kombiniert.

► Karten für die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen 2013 gibt es unter anderem beim GT-Ticketservice, Jüdenstraße 13c und im Internet unter haendel-festspiele.de.

Von Michael Schäfer

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