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Orientalisches Nachtkonzert in der Göttinger Petrikirche

Unbekannte Gefilde Orientalisches Nachtkonzert in der Göttinger Petrikirche

Werke von Béla Bartók, Karen Khachaturian , Maurice Ravel und anderen haben Nathalie Kundirenko (Violine) und Stefan Kordes (Klavier) am Sonnabend zu einer „Orientalischen Nacht“ gebündelt: Ein Konzept, das nicht unbedingt schlüssig erscheint – lässt sich das Motto doch kaum aus den Nationalitäten der Komponisten herleiten.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Außer Frage allerdings steht die interpretatorische Sorgfalt, die die beiden Göttinger Musiker den ausgewählten Werken in der Aula der Universität am Wilhelmsplatz angedeihen ließen.

Mit Karen Khachaturians  Sonate für Violine und Klavier op. 1 eröffneten Nathalie Kundirenko und Stefan Kordes das Konzert in der zur nächtlichen Stunde gut besuchten Uni-Aula: Sie legten ein beeindruckendes Plädoyer hin für ein Werk, das für die meisten Besucher eine Neuentdeckung gewesen sein dürfte.

In wuchtiger Motorik lässt der Neffe des berühmteren Aram Khachaturian Violine und Klavier nebeneinander herlaufen, schaltet sie in schnellen Läufen für Momente synchron. Doch tun sich auch immer wieder lyrische Stellen gleich Lichtungen im Dickicht auf.

Virtuoser Funkenflug

Kundirenko und Kordes interpretierten dies mit Temperament und energischem Zugriff.

Einen melancholischen Gesang von großer Tiefe und Wärme stimmte Kundirenko im Andante auf ihrer Geige an: Gerade dieser Mittelsatz stellt das Werk gleichberechtigt neben die Violinwerke etwa eines Erich Wolfgang Korngold.

Einen virtuosen Funkenflug entfachte die Violinistin und erste Konzertmeisterin des Göttinger Symphonie Orchesters dann im Presto des Schlusssatzes.

Anregende Reise in unbekannte Gefilde

Es versteht sich, dass auch die sechs rumänischen Volkstänze von Béla Bartók und das „Baal-Shem“ von Ernest Bloch eine wirkungsvolle und klangsensible Interpretation erfuhren.

Beide Duopartner zeigten sich jederzeit perfekt aufeinander abgestimmt. Die anregende Reise in auch unbekannte Gefilde der spätromantischen Kammermusik wurde abgerundet mit dem „Jeux d´eau“ für Klavier von Maurice Ravel sowie dessen Konzertrhapsodie „Tzigane“.

Für den rauschenden Applaus bedankten sich die beiden Musiker mit der berühmten „Méditation“ aus der Oper „Thaïs“ von Jules Massenet.

Von Matthias Körber

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