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Händel-Festspiele 2013 Sopranistin Johanette Zomer in der Hardegser Mauritiuskirche
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00:18 17.05.2013
Die Mauritiuskirchein Hardegsen. Quelle: Hinzmann
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Hardegsen

Da ließ gleich Georg Philipp Telemanns musikalisches Porträt der Türken („Les Turcs“) aus der „Klingenden Geographie“ aufhorchen, in dem sich das exquisite sechsköpfige Tulpen Consort unter der energischen Führung der Violinistin Cynthia Miller Freivogel mit viel Klangsinn und bemerkenswert lebendiger Gestaltung vorstellte.

Die tiefste Stimme in diesem Ensemble war durch ein rares Instrument vertreten: die Viola di basso, eine Frühform des Violoncellos mit fünf statt vier Saiten.

Johannette Zomers hell timbrierter, koloraturenfreudiger Sopran war für die auffallend empfindsamen Lieder Telemanns ebenso geeignet wie für Arien und andere Vokalstücke von Cesti, Lully, Purcell, Händel, Vivaldi und Hasse.

Die Ausdruckswerte reichten vom Heroisch-Kraftvollen über die Klage einer enttäuschten Liebenden bis zur verführerischen Schmeichelei.

Eine besonders zarte Zugabe

All diesen Tönen wird die Sängerin mühelos gerecht. Etwas befremdlich ist lediglich, dass sie – möglicherweise um eines schöneren Klanges willen – die Vokale ihrer Texte in längeren Koloraturen verändert. Da kann aus einem A streckenweise ein O oder ein E werden.

Große Virtuosität zeigten die Instrumentalisten in Schmelzers musikalischer Schilderung der Türkenschlacht bei Wien, bei der die Unterschiede zwischen Türken und Christen in der Komposition vergleichsweise gering sind.

Unter den zahlreichen weiteren Instrumentalstücken sei Händels Sinfonia aus der Oper „Berenice“ deshalb hervorgehoben, weil sie den Hörern unerwartet vertraut war: Händel hat das Thema später in der „Feuerwerksmusik“ wiederverwendet.

Zum Dank für den begeisterten Applaus gab es eine besonders zarte Zugabe – die Arie „Ombra mai fu“ aus Händels „Serse“.

Von Michael Schäfer

Eine Aufnahme des Konzerts sendet NDR Kultur am 2. Juni um 22.05 Uhr.

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