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Violinistin Rachel Podger zu Gast in der Aula der Universität

Hoch virtuos Violinistin Rachel Podger zu Gast in der Aula der Universität

Rachel Podger bringt Musik zum Strahlen. Unter ihrem Violinbogen leuchten einzelne Töne plötzlich wie Sonnenstrahlen. Die britische Violinistin strahlt dabei zugleich mit ihrem Lächeln und ihren Augen – welch eine Einheit ihrer Kunst und ihrer Persönlichkeit!

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Quelle: Archivbild

Göttingen. Am Pfingstsonntag konzertierte sie zusammen mit Marcin Świątkiewicz am Cembalo in der Aula der Universität mit einem interessanten Programm: Händels spätbarocken Werken für Violine stellte sie Kammermusik des italienischen Früh- und Hochbarocks gegenüber.

Tief emotional, hoch virtuos und voller Spielfreude: So startet Rachel Podger mit der Sonate Nr. 2 D-Dur von Giovanni Fontana. Gleich hier zeigt sie wie sie Töne zum Leben erweckt: Sensibel verziert sie sie mit Vibratos, betont sie bewusst durch ein leises Spiel oder hebt sie mit kräftigen Nuancen hervor. Dieses dynamische, sehr natürlich wirkende und historisch informierte Spiel faszinieren ab dem ersten Ton.

Auf das Festspiel-Thema „Orient“ geht die Violinisten mit der Sonate Nr. 2 „La Cesta“ von Giovanni Mealli ein. Dessen Werk huldigt mit orientalischen Intervallen der Musik des Morgenlandes. Anschließend spannt die Violinistin einen großen Bogen: Sie verbindet drei Werke von Marco Uccellini, Biagio Marini und Antonio Bertali – vital feiert sie den italienischen Barock.

Eine Liebeserklärung an die Musik Georg Friedrich Händels ist der zweite Teil des Konzerts. Hier präsentiert die Mittvierzigerin zuerst die Sonate in G-Dur (HWV 358): Ihr Spiel ist jetzt tänzerisch und verströmt höfisches Flair. Der Händel-Sonate g-Moll (HWV 364) kitzelt sie kunstfertig viele kleine Details heraus. Ihre Freude an Händels Werken ist unüberhörbar.

Marcin Świątkiewicz am Cembalo ist ein lebendiger Begleiter – und mehr: Insbesondere in Händels Cembalo-Suite Nr. 3 d-Moll (HWV 428) zeigt er, welch ein souveräner Solist er ist. Kraftvoll geht er das Werk an und schafft eine Musik, die temperamentvoll fließt und zugleich in sich ruht.

Ein Konzert-Glanzlicht versteckt die Violinistin bescheiden zwischen den Händel-Werken: Den Satz für Solo-Violine in der Sonate D-Dur von Antonio Montanari. Pur und unbegleitet zeigt die Musikerin erst recht ihre ganze Strahlkraft, ihre Gefühlstiefe und schafft eine Klangschönheit, bei der man Raum und Zeit vergisst.

Im Schlussapplaus verbeugt sich Rachel Podger vor ihrem Publikum. Und auch da war es wieder: Das Strahlen in ihrem Lächeln und in ihren Augen.

Von Udo Hinz

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Musikalisch liberal

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