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Händel-Festspiele 2014 Konzert mit dem Quadriga Consort in der Scheune des Gutes Reinshof
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19:01 09.06.2014
Unterhaltsam: Quadriga Consort mit Sängerin Elisabeth Kaplan (Mitte) in der Gutsscheune. Quelle: Vetter
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Reinshof

Das österreichische Ensemble Quadriga Consort hat ein Konzert unter dem Motto „Crime & Mystery“ gegeben, Verbrechen und Geheimnis also.

Was kann so etwas mit Händel-Festspielen zu tun haben? Zwei Antworten: Mindestens drei der dargebotenen Nummern sind „alten“ Komponisten zuzuordnen, von denen einer tatsächlich ein Händel-Zeitgenosse war. Und außerdem ist das Ensemble an historischer Aufführungspraxis orientiert, was haargenau zum Konzept der Festspiele passt.

 Allerdings bildet nicht die Barockmusik den Kern des Repertoires, sondern alte, meist nur einstimmig überlieferte Lieder aus England, Irland und Schottland, die der Ensembleleiter und -gründer Nikolaus Newerkla für sein Ensemble arrangiert hat. Bisweilen steuert er auch eigene Vertonungen bei, die sich aber stilistisch an die „echten“ Lieder anlehnen.

Besetzt ist das siebenköpfige Consort mit Blockflöten, Streichern, Cembalo, Schlagzeug und Gesang. Sängerin Elisabeth Kaplan verleiht mit ihrem fe­derleichten Sopran dem Klang eine unverwechselbare Farbe.

Ganz harmlose Melodien

Viele schön schreckliche Geschichten hatte das Programm zu bieten. Meist gehen sie tödlich aus, nicht immer für die Bösen, manchmal müssen auch die Guten dran glauben. Hier reitet ein schon längst Gestorbener mit seiner Geliebten durch die Nacht (Bürgers Lenore lässt grüßen), dort ertränkt ein von seinem bösen Weib vergifteter Ehemann seine Frau in der Themse, aus der er sie eigentlich hatte retten wollen. Ein Elfenritter begegnet einer Lady ohne jedes Zeichen der Ritterlichkeit, ein unerschrockenes Mädchen bringt nicht nur einen Räuber um, sondern pfeift mit dessen Trillerpfeife die Spießgesellen des Räubers heran und erschießt gleich noch drei von ihnen.

All diese Lieder haben ganz harmlose Melodien, sie klingen anmutig, dank der hellen, flexiblen Stimme von Elisabeth Kaplan geradezu liebenswürdig. Genau dies ist der besondere Reiz dieses Abends, der einzig ein wenig größere musikalische Kontraste hätte vertragen können. Die kleinen Soli von Nikolaus Newerkla auf dem Vibrandoneon (einer Art Edel-Melodica mit Walnussholzfurnier) reichten dafür dann doch nicht aus. Dafür glänzten die beiden Blockflötistinnen mit sprudelnder Geläufigkeit, die sie vor allem in den reizvollen Instrumentalnummern vorführen konnten.

Die Mischung aus alter Musik mit Folk- und Popelementen konnte ihre Wirkung nicht verfehlen. Es gab Standing Ovations samt mehreren Zugaben: Das Quadriga Consort hat eine reiche Ernte in die Scheune eingefahren.

Von Michael Schäfer

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