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Händel-Festspiele 2015 Sarah Connolly gibt ihr Debüt bei Göttinger Händel-Festspielen
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10:49 25.05.2015
Ausdrucksstarke Charakterstudien: Sarah Connolly mit dem Festspielorchester unter der Leitung von Laurence Cummings. Quelle: Pförtner
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Göttingen

In Göttingen war sie noch nie, obgleich sie mit den Internationalen Händel-Festspielen schon länger geliebäugelt hat – was auchin ihrer Freundschaft mit dem künstlerischen Leiter Laurence Cummings begründet sein dürfte, der das Festspielorchester in der randvollen Stadthalle leitet.

 
Es war ein Programm voller Herzensangelegenheiten, das Connolly unter dem Titel „Heroes and Heroines“ eigens für diesen Abend ausgesucht hat. Sie sang ausschließlich Arien aus Opern und Oratorien, die sie schon mal in Gänze aufgeführt hat. So sollten kurze musikalische Charakterstudien ihrer Lieblingsrollen entstehen, denen sie nicht nur mit ausdrucksstarkem Gesang, sondern auch mit großartigem Mienenspiel Plastizität verlieh.

 
Den Einstieg bildete eine von Georg Friedrich Händels bekanntesten Melodien: In der Arie „Ombra mai fu“ aus „Xerxes“ entscheidet nicht die stimmliche Virtuosität über den Erfolg. Nur mit einer nuancierten Tongebung entsteht die pulsierende Wärme der getragenen Melodie, die genauso schön wie einfach ist. Connollys warmer Mezzosopran strahlte hier sehr sanft, und besonders schön gelang ihr der dynamische Ausdruck der längeren Töne. Wie ihre Stimme sanft ausklang, ohne zu beben oder auszufransen, war einfach umwerfend schön. Connollys Vortrag zeugte durch die Bank von makelloser Technik und vor allem der großen Erfahrung im Ausdruck, die sie über die Jahre gesammelt hat.

 
Wenn der Schwerpunkt des Abends auch auf Händels Schaffen lag, gab es dank des Festspielorchesters auch schöne Einblicke in die (instrumentale) Opernmusik anderer Komponisten des Barock zu hören. Einer davon stammte aus Élisabeth Jacquet de La Guerres Oper „Céphale et Procris“, wo sich Cummings Musiker insbesondere in der „Air de Démons“ hervortaten. Werke de La Guerres waren in diesem mit „Heldinnen!?“ betitelten Festspiel-Jahrgang zu mehreren Gelegenheiten zu hören – die (Opern-)Musik dieses französischen Wunderkinds empfiehlt sich nicht nur aufgrund des Festspiel-Mottos, sondern auch, weil ihre französische Tragédie lyrique Händels italienische Opern musikalisch und dramaturgisch reizvoll ergänzt.

 
Von Händel gab es zum Abschluss des Programms schließlich die Arie „Dopo notte“ aus „Ariodante“ zu hören, ein erhebendes Stück Oper mit lebhaftem Streicherklang, das Ariodante im dritten Akt singt, als alle Intrigen ausgestanden sind. Zuvor hatte Connolly bereits Ariodantes schmerzerfüllte Arie „Scherza infida“ bravourös gesungen. Hier ließ Cummings seine Musiker sehr zart agieren, wodurch der prominente Fagottpart sehr schön zur Geltung kam. Die Harmonie und das sehr gute Verständnis zwischen Connolly und Cummings’ Orchester wurde mit viel Applaus belohnt.

 

Von Jonas Rohde

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