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Händel-Festspiele 2017 Warmspielen unter Freunden
Nachrichten Kultur Themen Händel-Festspiele Händel-Festspiele 2017 Warmspielen unter Freunden
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08:32 12.05.2017
Quelle: Harald Wenzel
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Göttingen

Sie haben sich wieder, die Händel-Freunde aus aller Welt. Freudiges Wiedersehen war im Foyer der Aula die vorherrschende Grundstimmung im deutsch-englischen Stimmgewirr. Ein Wiedersehen unter lieben Freunden und Bekannten, mit denen man gleiche Interessen teilt. Ähnlich ist es ganz offensichtlich auch den Künstlern des Abends ergangen, für die das Konzert ein höchst willkommenes Warmspielen unter Freunden zu sein schien.

Noch bevor es am Sonnabend mit der Eröffnung so richtig losgeht, haben der Cembalist Laurence Cummings, künstlerischer Leiter der Festspiele, am Cembalo, Violinistin Elizabeth Blumenstock, die Konzertmeisterin des Festspiel-Orchester Göttingen, und Phoebe Carrai, Stimmführerin am Violoncello im Festspiel-Orchester, ihrem Publikum einen Vorgeschmack auf das Festspielprogramm geboten und eindeutig Lust auf mehr gemacht.

Gleich bei Alessandro Stradellas „Sonate d-Moll“ zeigten sich die drei Musiker als erfahrenes, sensibel aufeinander eingespieltes Team. Solistische Exzellenz gab es anschließend von Phoebe Carrai in Domenico Gabriellis „Ricercar Nr. 7 d-Moll“ und von Laurence Cummings in seiner Interpretation Girolamo Frescobaldis „Toccata Quarta“ zu erleben. Heinrich Ignaz Franz Bibers „Sonata Nr. 5 e-Moll“ entlockte dann dem Trio und besonders Elizabeth Blumenstock Begeisterung, die sich nicht zuletzt im temperamentvollen Klacken ihrer Schuhe auf dem Bühnenparkett bemerkbar machte.

Zarten Schmelz, unaufdringlichen Glanz und elegante Kraft verlieh das Ensemble in den verschiedenen Spielkonstellationen den kurzweilig zusammengestellten Programmelementen. Natürlich durfte darunter auch „etwas von Händel“ nicht fehlen. Cummings gab solo am Cembalo die Ouvertüre zur diesjährigen Festspiel-Oper „Lotario“ zu Gehör. Dass dabei ein Notenständer wie von Geisterhand bewegt, polternd von der Bühne fiel – geschenkt. So etwas bringt einen entspannt aufspielenden, erfahrenen Künstler wie Cummings, den man noch kurz vor dem Konzert im Café neben der Aula hätte treffen können, nicht aus der Ruhe.

Natürlich wollte das begeisterte Publikum auch gleich am ersten Abend eine Zugabe bekommen. Und es bekam dabei einen Appetithappen auf ein weiteres Festspiel-Highlight, das Galakonzert am Sonnabend, zu hören. „Where you walk“ aus Händels Oratorium „The Story of Semele“ bot dabei zudem Gelegenheit, Cummings nicht nur als Instrumentalisten, sondern auch noch als Sänger zu erleben. Ein Auftakt nach Maß, kann man sagen. Einer, der das Ausrufezeichen im Programmtitel verdient hat.

 Von Isabel Trzeciok

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