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Cell of Hell lassen die Celli krachen

Kultur / Händel-Festspiele Cell of Hell lassen die Celli krachen

Die dunkle Seite ihres Instruments haben „Cell of Hell“ am Sonnabend bei den Internationalen Händel-Festspielen in der Göttinger Musa ausgespielt. Das altersmäßig sehr bunt gemischte Publikum haben sie damit durchweg überzeugt.

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Überzeugende Eigenkompositionen hat Cell of Hell auch zu bieten: „Black Curry“ und „Stinky Tofu“.

Quelle: r

Göttingen. Händels „Halleluja“ aus dem „Messiah“ war seinerzeit und ist es immer noch ein großer Hit, keine Frage. Aber wie würde das Stück heute zu einem Hit? Vielleicht so, wie Cell of Hell es spielen: Mit drei krachenden elektrischen Celli und einem Schlagzeug. Mit hämmernden Bögen und bestem Metalsound. Das Ganze perfekt synchron und fantasievoll und ganz in Händels Sinne imposant arrangiert von Ekachai Maskulrat.

Maskulrat ist einer der drei Cellisten und auch für die anderen Arrangements und Eigenkompositionen der Band verantwortlich. Neben ihm spielen Georg Dettweiler und Joonas Pitkänen als Cellisten und Alex Wäber am Schlagzeug. Cell of Hell haben eine echte Nische für sich entdeckt.

Passt doch der melancholische, weltschmerz-schwere Klang des Instruments hervorragend zur düsteren Hard Rock- und Metal-Gefühlswelt, sofern das Instrument nur elektronisch verstärkt und hart angeschlagen wird.

Neben weiteren klassischen Quellen wie in „Dirty Antonio V.“, für das Vivaldi Pate stand, nutzen Cell of Hell auch moderne Grundlagen, um ihnen ihren eigenen Sound zu verpassen, von Metallicas „The Unforgiven“ über Michael Jacksons „Dirty Diana“ bis zu Nirvanas „Smells like Teen Spirit“ war an diesem Abend alles dabei, was Schlagzeug- und Cello-Gewitter nur zu gut vertragen kann.

Dass aber auch die Eigenkompositionen absolut hörenswert sind, davon haben Cell of Hell unter anderem mit „Black Curry“ und „Stinky Tofu“ überzeugt. Kochen scheint hier eindeutig inspirierend zu wirken.

Auch wenn die Rockerpose mit Bierflaschen und Headbanging zum Teil ein wenig aufgesetzt wirkt - Cell of Hell schaffen, was man kaum für möglich hält. Auf die Frage, ob sie noch ein bisschen Klassik spielen sollen, kommt ein lautes und sehr junges „Ja“ aus dem Publikum zurückgerufen.

Klar, dass bei so viel Begeisterung nicht nur eine Zugabe von Cell of Hell kommt. An diesem Abend haben sie im wahrsten Sinne des Wortes bis zum letzten Bogen gespielt.

Isabel Trzeciok

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