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Händel-Festspiele 2017 "Machtspiele zwischen Menschen“
Nachrichten Kultur Themen Händel-Festspiele Händel-Festspiele 2017 "Machtspiele zwischen Menschen“
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17:03 27.04.2017
Quelle: Harald Wenzel
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Göttingen

Laurence Cummings, künstlerischer Leiter der Göttinger Festspiele, ist sich sicher, dass die Oper Lotario in der Göttinger Fassung das Publikum überzeugen wird. Die habe Georg Friedrich Händel (1685-1759) mit „klar gezeichneten Charakteren bestückt und auf der Höhe seines Schaffens geschrieben“, berichtet Cummings.

Allerdings wurde sie bei der Uraufführung im Dezember 1729 vom Londoner Publikum gar nicht positiv gewürdigt. Aber in Göttingen wird Lotario auch ganz anders interpretiert werden als damals. Regisseur Carlos Wagner will den Kampf um den Thron in Italien „als Machtspiele zwischen Menschen und wie sie sich gegenseitig unter Druck setzen“ in Szene setzen.

Der in Spanien lebende und aus Venezuela stammende Regisseur erzählte vor etwa 50 Gästen, er habe bei der Ausarbeitung seiner Inszenierung „irgendwann kapiert, es ist ein Kammerstück“. Und so wird die etwa vierstündige Aufführung in einem Raum über die Bühne gehen. Aber in dem mit üppigen Kriegsszenen aussgestatteten vier Wänden wird viel passieren zwischen den sechs handelnden Personen.

Eine davon ist Berengario, den der Spanier Jorge Navarro Colorado verkörpert. Eine der Arien des Tenors in der Oper sang er auch, begleitet von Laurence Cummings am Cembalo, beim Händel Talk. Und danach erzählte Navarro von seinem Werdegang, der mit dem Ziel Akustik-Ingenieur zu werden begann und über die Popmusik zum Opernfach führte. Für ihn „fühlt es sich sehr natürlich an, Händel zu singen“.

Und für Countertenor Jud Perry, der als Idelberto im Konflikt steht, seinen Eltern Matilde und Berengario zu folgen oder zu widersprechen, ist Händel ein alter Bekannter: Die Musik des Barockkomponisten war für den aus Tennessee stammenden Amerikaner „die erste Begegnung mit alter Musik“.

Der 38-jährige Perry freut sich auf seinen nächsten Auftritt in einer Händel-Oper: „Die Kostüme sind unglaublich opulent und das Bühnenbild auch“, verriet der Sänger. Dass die aus der Schweiz stammen und im Theater Bern hergestellt werde, berichtete Moderator Tobias Wolff, Geschäftsführender Intendant der Festspiele.

Er ließ es sich auch nicht nehmen, die Gäste nach ihrer Meinung zu befragen und freute sich über das Kompliment von Regisseur Wagner: „Man spürt, dass sich die Stadt auf das Festival vorbereitet. Und es ist fast zu schön hier“, meinte er zum Stadtbild, „es ist wirklich ein kleines Paradies.“

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