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Spaß mit "Lotario" und Juri Tetzlaff

Händel-Festspiele Spaß mit "Lotario" und Juri Tetzlaff

Der bekannte TV-Moderator Juri Tetzlaff hat das überwiegend junge Publikum gewohnt unterhaltsam und kindgerecht durch eine Familienfassung der Händel-Oper „Lotario“ geführt. Nicht nur viele junge Besucher hatten daran am Sonnabend großen Spaß.

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Quelle: r

Göttingen. Eine Händel-Oper ist schon allein wegen ihrer Länge von rund vier Stunden mit Pause nicht besonders geeignet für Kinder. Aus diesem Grund präsentierte Regisseur Alexander Fend im Rahmen der Reihe „Händel 4 Kids“ für Familien eine Kurzfassung. Der vor allem aus dem Kinderfernsehen bekannte Moderator Juri Tetzlaff führte kurzweilig durch die Handlung der Oper, die Georg Friedrich Händel im Jahr 1772 fertigstellte. Dazu spielte das Festspiel Orchester Göttingen unter der Leitung von Laurence Cummings.

Hausaufgaben oder Fernsehen

„Was würdet ihr sagen, wenn eure Eltern fragen würden, ob ihr Lust habt, König zu werden“, begann Juri Tetzlaff die Aufführung vor rund 600 Besuchern in der Göttinger Stadthalle. „Na klar“, riefen alle Kinder. „Und was würdet ihr machen, wenn ihr König seid? Keine Hausaufgaben oder Fernsehen schauen ohne Ende?“ Jedes Kind durfte einmal laut sagen, was es als König machen würde. Fast erstaunt waren viele, als sie hörten, dass jemand in der Handlung der Oper Lotario kein König werden wollte.

Der italienische König ist tot. Berengario und Matilde haben ihn vergiftet und wollen nun um jeden Preis die Macht in Italien an sich reißen. Dazu soll ihr Sohn Idelberto die frisch verwitwete Adelaide heiraten. Doch dieser stellt sich gegen seine Eltern. Zudem hatte die Monarchin längst den deutschen König Lotario zu Hilfe gerufen. Der Kampf um die Macht beginnt.

Witzig pointiert und mit vielen Lachern der Kinder gespickt verging die rund einstündige Aufführung wie im Fluge. Zwischendurch wurden die Kinder mit in das Geschehen auf der Bühne eingebunden. In einer Szene stellten die jungen Operngäste einen romantischen Garten dar, während Idelberto mit Gesang versuchte, die schöne Adelaide für sich zu gewinnen. Manche waren Bäume andere stellten Büsche oder Pflanzen dar.

Einfach und unterhaltsam

Auch erklärten die Darsteller Gesangtechniken wie den Countertenor, der mit Hilfe einer durch Brustresonanz verstärkten Kopfstimmen in Alt- oder sogar Sopranlage singen kann. Eindrucksvoll stellen die Sänger ihr Können unter Beweis. Zudem wurden die Instrumente des Orchesters vorgestellt. Das kam an. Zum Schluss gab es begeisterte Ovationen für die Darsteller und Musiker sowie für ein liebevoll einfach und unterhaltsam inszeniertes Opern-Drama, welches wohl den einen oder anderen künftigen Opern-Fan geschaffen haben dürfte.

„Wir haben die Familien-Oper sehr genossen“, sagen Elisabeth Artelt und Thomas Eckart, die mit ihrer Tochter Valerie zu Gast waren. „Wir hatten bisher keine Gelegenheit die Händel-Festspiele zu besuchen“, erzählt Hans-Georg Lennartz, der mit seinem 13-jährige Tim die Vorstellung besucht hat. „Gerne schaue ich mir wieder eine Oper an“, sagt Tim. So auch die Familie Lange aus Northeim, die sich mit ihren beiden Kindern die Vorstellung angesehen haben: „Wir kommen gerne wieder“, sagen alle vier unisono. Auch die Schülerreporter der Adolf-Reichwein Schule, Tewes Schulze und Lily Lorenz, waren mit dabei. „Wir berichten im Internet über die Veranstaltung“, sagen beide.

Tobias Wolff, Intendant der Händel-Festspiele, zeigte sich begeistert von der positiven Resonanz am Familientag. „Es ist grossartig zu sehen, dass man auch die Kinder für Händel begeistern kann, wenn man das Format richtig wählt“, sagte Wolff. Ein Kompliment gab es nicht nur für den brillanten TV-Moderator Juri Tetzlaff, sondern auch für die Darsteller. „Besonders die Sänger müssen sich auf solche Formate einlassen“, betonte Wolff. In diesem Fall betrifft es Sophie Rennert als Lotario, Marie Lys als Adelaide, Ursula Hesse von den Steinen als Matilde, Jorge Navarro Colorado als Berengario, Jud Perry als Idelberto sowie Todd Boyce als Clodomiro.

Von Bernard Marks

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