Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Händel-Festspiele 2017 Gelungene Dramaturgie der Jones Band
Nachrichten Kultur Themen Händel-Festspiele Händel-Festspiele 2017 Gelungene Dramaturgie der Jones Band
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 25.05.2017
The Jones Band mit Mitzi Meyerson, Kreeta Maria Kentala und Lauri Pulakka (von rechts). Quelle: r
Anzeige
Hardegsen

Die Freude an der Schatzsuche hat The Jones Band zusammengebracht. Cembalistin Mitzi Meyerson entdeckte durch Zufall die Partitur einer verloren geglaubten Geigen-Sonate von Richard Jones, eines Zeitgenossen Händels. Auf der Suche nach passenden musikalischen Partnern für eine Aufnahme des Stücks stieß sie auf Violinistin Kreeta Maria Kentala und Cellist Lauri Pulakka – The Jones Band war geboren.

Seither haben die drei nicht nur weitere Noten-Literatur wiederentdeckt und dem Publikum zugänglich gemacht. Vor allem haben sie dabei ein feines Gespür für erlesene Konzertprogramme entwickelt, ein Umstand, von dem am Mittwoch auch die Gäste der Händel-Festspiele profitieren durften. Eine sehr gelungene musikalische Dramaturgie leitete durch den Abend. Auf dem Programm: Werke, vor allem Sonaten, von Francœur, Händel, Vivaldi, Somis und weiterer barocker Zeitgenossen.

Natürlich spielen die Ensemblemitglieder von The Jones Band technisch hervorragend. Was sie aber vor allem auszeichnet, ist das Geschick jedem Satz einer Sonate nachdrücklich einen eigenen Charakter zu verleihen. Weit jenseits einfacher Tempo-Wechsel bewegen sich Meyerson, Kentala und Pulakka leichtfüßig etwa zwischen einem Larghetto, das an die entspannte Freude eines trägen Sommerabends erinnert, und einem forschen Allegro, bei dem die Füße eigentlich von alleine lostanzen möchten.

In Perfektion vorgeführt haben The Jones Band dieses musikalisch-erzählerische Können mit Georg Philipp Telemanns Triosonate Nr. 6 F-Dur. Hier brillierte besonders Pulakka am Cello in einem kraftvoll-intensiven musikalischen Dialog mit Kentala an der Violine, sanft umspielt von Meyerson am Cembalo. Das Konzert zeigte eins deutlich: Auf Schatzsuche muss man nicht nur nach verschollenen Stücken Ausschau halten. Auch in Bekanntem ist so mancher Schatz verborgen, der sich mit Einfühlungsvermögen zum Glänzen bringen lässt.

Von Isabel Trzeciok

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige