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Ensemble Modern

Mit Leidenschaft leistungsbereit


Ausgesprochen jung war das Podium am Sonntag in der Göttinger Lokhalle besetzt: beim gut besuchten Konzert „American Lines“, in dem sich Mitglieder des „Ensemble Modern“ mit Bundespreisträgern des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ zusammengefunden hatten.

Hochkonzentriert und hochmotiviert: Mitglieder des „Ensemble Modern“ mit „Jugend musiziert“-Preisträgerin Frauke Tautorus (r.).

© Heller

Zuvor hatten die Profis vom „Ensemble Modern“ in einem Workshop mit den Preisträgern das Programm einstudiert.
Schon diese Zusammenarbeit an sich ist eine Auszeichnung für die „Jugend musiziert“-Preisträger, die mit Feuereifer bei der Sache sind. Sie entwickeln eine Leistungsbereitschaft und Leidenschaft, die später im Alltag des Musikerberufs nur selten noch im selben Maße erreichbar ist. Das macht dieses von der „Stiftung Jugend musiziert Niedersachsen“ initiierte, bereits zum dritten Mal verwirklichte Projekt so einzigartig – und so begeisternd auch für die Zuhörer.

Sehr vielfältig war das Programm, das von einer Komposition des erst 16-jährigen Ole Hübner mit dem schönen Titel „Der Viola zum Namenstag am 3. Mai“ eröffnet wurde. Da waren schon außergewöhnliche Klangpaarungen zu erleben, eine ansteckende Freude am Entdecken unalltäglicher Wirkungen. Vergleichsweise konventionell, aber erfrischend frech kam Poulencs Sonate für Horn, Trompete und Posaune einher, gefolgt von Charles Ives’ kühnen „Tone Roads 3“ aus dem Jahr 1915, dem ältesten Stück des Abends. Conlon Nancarrows „Sarabande“ war das Intermezzo zwischen zwei spannenden Werken von Steve Reich: dem ersten Satz aus „Different Trains“ und – noch aufregender – „City life“. Hier sind Alltagsgeräusche kunstvoll zu muskalischen Teppichen verwoben, deren Muster bisweilen zu tanzen beginnen.

Die zweite Hälfte des Abend – Jung-Oboistin Frauke Tautorus seufzte in der Pause, sie habe nun leider gar nichts mehr zu spielen – war mit Musik von Varèse („Octandre“), einem Schlagzeug-Duo von Steve Reich sowie Werken von Nancarrow und Gordon nicht minder abwechslungsreich. Der Abend endete mit der geradezu aufregenden „Chamber Symphony“ von John Adams, einem Werk mit hyperaktiver Trickfilmmusik-Attitüde. Drei Stunden Musik ohne einen Moment Langeweile: Das ist im Konzertbetrieb sehr selten.

Von Michael Schäfer

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