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Literaturherbst Jan Weiler liest aus „Mein Leben mit dem Pubertier“
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19:06 19.10.2015
Jan Weiler beim Literaturherbst in Göttingen Quelle: Heller
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Göttingen

„Tach. Zu Hause alles okay? Morgen sind Ferien, ne? Und schon nimmt Weiler sein fröhlich lachendes Publikum mit in die Skiferien nach Österreich.  Seit Jahren sei es konsequent Österreich. Sohn Nick will da hin – wegen der Germknödel. Weiler lässt sich beim Versuch, seinem Sohn die Mehlspeise auszureden, einiges einfallen. Der Germknödel sei ein kleines pelzloses Nagetier, das mitleidlos bejagt würde. „Sogar Jungtiere werden schon abgeknallt. Die sogenannten Marillenknödel.“

 

Auch Tochter Carla sei früher ein nettes, kleines Mädchen gewesen. „Bis zu ihrer Verwandlung in das ungeheuerliche, in das unfassbare Pubertier.“ Und seither, beklagt Weiler, sei sein Leben nicht mehr so wie es einmal war. Die besten Geschichten liefert nun mal das Leben. Und Weiler, Journalist und Autor von Bestsellern wie „Maria, ihm schmeckt᾽s nicht“, versteht es, sie auch richtig unterhaltsam zu erzählen. Detailreich, gut beobachtet, voller Pointen und immer ein wenig überzeichnet. „Das Pubertier“ ist eine Auswahl von Kolumnenbeiträgen unter dem Titel „Mein Leben als Mensch“, die in der „Welt am Sonntag“ erschienen sind.

 

„Ich habe zu Hause nichts mehr. Keine Rechte. CDs weg. Rasierschaum weg“, erzählt Weiler, Dafür rieche er, dank des Beinchenschaums seiner Tochter, „jetzt immer wie eine frisch rasierte 48 Jahre alte Mango“. Überhaupt sei er immer für seine Tochter da, auch ans Handy gehe er immer. Prompt klingt es, und Weiler liest, das Handy am Ohr quasi unter Live-Bedingungen, wie er seiner Tochter während einer Zugfahrt bei einem Referat über Belgien zur Seite steht.

 

Die Einblicke in das Leben der Weilers sind vielfältig: Studienergebnisse zum Thema Ordnung, ein Not-Elternabend wegen Sexismusvorwürfen, eine Theateraufführung, bei der Weiler beim Bedienen des Vorhangs alles vergeigt und anderes mehr aus dem „Pubertier-Labor“.

 

Ein kurzweiliges Vergnügen. Etwa 90 Minuten lang schickt Weiler sein Publikum von einer Lachsalve in die nächste. Und der Stoff dürfte Weiler so bald auch nicht ausgehen. Sohn Nick kommt langsam in die Pubertät. „Er ist 13, aber seine Füße sind schon 18. Wenn sich das nicht auswächst, ist er ein Hobbit.“

 

Von Karola Hoffmann

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