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Leipziger Buchpreis 2010

Georg Klein erhält den Preis der Leipziger Buchmesse

Die Juryvorsitzende tat einiges, um die Stimmung anzuheizen. Als Literaturkritikerin Verena Auffermann gestern Nachmittag die Verleihung des Leipziger Buchpreises moderierte, raunte sie anfangs von „unsichtbaren Sprechblasen“, die über dem Publikum in der gläsernen Messehalle schwebten.
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Georg Klein, der Gewinner des Leipziger Buchpreises 2010 (rechts)

Georg Klein, der Gewinner des Leipziger Buchpreises 2010 (rechts)

© dpa

In den Blasen ständen Begriffe wie Plagiat und Skandal, meinte sie. Damit spielte Auffermann auf die umstrittene Nominierung von Helene Hegemann für den Messe-Preis an. Die 18-jährige Autorin hatte in ihren Debütroman „Axolotl Roadkill“ ganze Passagen aus anderen Romanen abgeschrieben.

Nun, nicht Hegemanns Roman einer krassen Kindheit und Jugend wurde in Leipzig ausgezeichnet, sondern Georg Kleins „Roman unserer Kindheit“, die Geschichte eines Jungen, der vergleichsweise behütet in den sechziger Jahren aufwächst. „Überbordend poetisch wird hier ein Zeitpanorama entfaltet“, urteilte die Jury. Klein, der teils in Niedersachsen, teils in Berlin lebt, erzähle auf schaurig-schlingernden Wegen von einer Zeit, als „Kinder noch nicht unter Dauerobservanz“ gestanden hätten und ihre Phantasien „noch in aller Ruhe“ hätten wuchern können.
Mit großem Beifall und einigen Bravo-rufen quittierte das Publikum die Entscheidung. Vielleicht spielte bei den Bravorufern auch eine Spur Erleichterung darüber mit, dass der frühere Ingeborg-Bachmann-Preisträger ausgezeichnet wurde. Denn in einigen Momenten musste man befürchten, dass die Wahl auf Hegemann fallen könnte.

Die Juryvorsitzende Auffermann hatte zu Beginn der Preisverleihung die umstrittene Nominierung, die allerdings vor Bekanntwerden des Plagiierens entschieden war, vehement verteidigt. Man habe keine juristische, sondern eine ästhetische Entscheidung getroffen für einen Text, in dem Verletzheit und Forschheit wild aufeinderträfen.

Die ebenfalls mit 15 000 Euro dotierten Auszeichnungen für das beste Sachbuch (Ulrich Raulffs Buch über Stefan Georges Nachleben, „Kreis ohne Meister“) und die beste Übersetzung (Ulrich Blumenbach für David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“) waren demgegenüber fast schon Routine. Allerdings eine gut gelaunte Routine. Wie überhaupt am ersten Messetag die meisten Aussteller und Besucher guter Stimmung zu sein schienen. Vielleicht hatte das auch mit den frühjahrshaften Temperaturen und dem blauen Himmel über Leipzig zu tun.

„Endlich ist Frühling!“, rief Messe-Chef Oliver Zille denn auch fröhlich zum Beginn der Preisverleihung. Vielleicht – und das ist wahrscheinlicher – liegt es aber daran, dass auf dieser Messe Aussteller, Autoren und Leser entspannt aufeindertreffen. Das Festival „Leipzig liest“, das ebenfalls auf dem Messegelände stattfindet, ist ein Besuchermagnet: Leser freuen sich auf Autoren, und viele Schriftsteller sind angetan vom Enthusiasmus der Leser. Mit Gästen wie den Nobelpreisträgern Herta Müller und Günter Grass, den Bestellerautoren Martin Suter, Tanja Kinkel und Wolfgang Hohlbein ist das Festival prominent besetzt.

[Martina Sulner]

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  • Heuchler pepeshrek – 22.03.10
    Wie kann man diesem verdammten Heuchler G Grass überhaupt noch ein Forum geben ?
    Jemand der so geflissentlich lange seine Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, der Waffen-SS wohlgemerkt, verschweigt, steht überhaupt keine öffentliche Äußerung mehr zu !!
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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