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Weltweit Autor von "Der Räuber Hotzenplotz" Otfried Preußler ist tot
Nachrichten Kultur Weltweit Autor von "Der Räuber Hotzenplotz" Otfried Preußler ist tot
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16:08 20.02.2013
Otfried Preußler starb im Alter von 89 Jahren. Quelle: dpa
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Berlin/Stuttgart

Hier hatte er die letzten Jahre verbracht. Seine Bücher wie "Der Räuber Hotzenplotz" und "Krabat" sind Klassiker des Genres und erreichten weltweit Millionenauflagen. Preußlers verfasste mehr als 30 Erzählungen, Romane und Bühnenstücke - viele davon preisgekrönt.

Seine Werke erreichten Verlagsangaben zufolge weltweit eine Gesamtauflage von 50 Millionen Exemplaren und liegen in mehr als 300 Übersetzungen in mehr als 50 Sprachen vor. Die Bühnenstücke zählten zu den meistgespielten Werken des zeitgenössischen Kindertheaters.

Otfried Preußler wurde am 20. Oktober 1923 im nordböhmischen Reichenberg geboren. Die volkstümlichen Erzählungen seiner Heimat beeinflussten ihn und sein späteres Werk stark, wie er sagte. 1944 geriet er als Soldat in sowjetische Gefangenschaft, aus der er erst 1949 freikam. Er ließ sich in Oberbayern nieder, wohin es auch seine Angehörigen nach der Vertreibung aus Böhmen verschlagen hatte.

Er wurde Volksschullehrer, schrieb aber bereits nebenberuflich Hörspiele für den Kinderfunk. Den ersten großen Erfolg als Schriftsteller hatte er 1956 mit "Der kleine Wassermann". Bereits ein Jahr später veröffentlichte er "Die kleine Hexe", 1962 schließlich den "Räuber Hotzenplotz" - bis heute seine bekanntesten Werke. Dennoch widmete er sich erst ab 1970 ausschließlich dem Schreiben.

Im Jahr darauf erschien "Krabat", die Geschichte eines Müllerburschen, an der er zehn Jahre lang gearbeitet hatte. 2008 wurde der Roman mit Daniel Brühl und David Kross in den Hauptrollen verfilmt.

Vielfach ausgezeichneter Autor

  Der Autor wurde für sein Werk mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, unter anderem mit dem Eichendorff-Literaturpreis, der Ernennung zum Titularprofessor der Republik Österreich und der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse sowie des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) würdigte Preußler als "eindrücklichen Erzähler".

Kinder wie Erwachsene hätten ihn und seine Bücher geliebt, was sich auch nicht ändern werde. "Wir werden uns gerne weiter von seinen Geschichten verzaubern lassen", sagte Neumann. Viele Generationen von Kindern seien mit der "Kleinen Hexe" eingeschlafen, viele hätten mit "Räuber Hotzenplotz" lesen gelernt.

Fans dankten dem Autor im Internet und schilderten ihre persönlichen Erlebnisse mit dessen Werken. Unter dem Schlagwort #DankeOtfriedPreußler sammelten sie etwa im sozialen Netzwerk Twitter einige Gedanken. So schrieb der Nutzer Marcus Albrecht: "Ich muss jedes Mal lachen, wenn mein Großer den Wachtmeister Dimpfelmoser spielen will." Nutzer Daniel Rettig meinte in Erinnerung an eine Figur aus der Feder Preußlers: "Ich hatte als Kind ja immer große Angst vor Petrosilius Zwackelmann." Und eine Nutzerin mit dem Synonym ElleAimeLesM bedankte sich für "Das kleine Gespenst, Die kleine Hexe und den Räuber Hotzenplotz. Du hast meine Kindheit bereichert."

dapd

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