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Weltweit Fürstengalerie im Dresdner Schloss für Besucher geöffnet
Nachrichten Kultur Weltweit Fürstengalerie im Dresdner Schloss für Besucher geöffnet
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09:52 24.08.2009
Königin Margrethe II. von Dänemark bei der Ausstellungseröffnung. Quelle: NORBERT MILLAUER/DDP

Als Frederik IV. von Dänemark 1709 August den Starken in Dresden besuchte, wurde vier Wochen lang gefeiert. Die prunkvolle Selbstdarstellung der beiden Monarchen, insbesondere bei einem „Aufzug der Götter“, ging in die Geschichte ein. Grafiken und Zeichnungen, die das glanzvolle sächsisch-dänische Fest vor 300 Jahren dokumentieren, werden jetzt erstmals im Dresdner Residenzschloss präsentiert.

Sie sind Teil einer Ausstellung, die die dänische Königin Margrethe II. am Sonntag gemeinsam mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) im Dresdner Residenzschloss eröffnete. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die für 3,3 Millionen Euro restaurierte Fürstengalerie, in der 15 Gemälde und sieben Büsten von sächsischen Königen zu sehen sind, zum ersten Mal als Repräsentationsraum des Freistaats genutzt.

Rund 260 Exponate zeigt die Schau „Mit Fortuna übers Meer. Sachsen und Dänemark - Ehen und Allianzen im Spiegel der Kunst (1548-1709)“, für die die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Königlichen Sammlungen Schloss Rosenborg in Kopenhagen ihre Schatzkammern öffneten. Der Ausstellung ging eine 25-jährige Vorbereitungszeit voraus.

Zur Eröffnung sagte die dänische Königin, sie hoffe, dass die Schau zu einem weiteren Kulturaustausch zwischen Dänemark und Sachsen inspirieren werde. Margrethe II. erinnerte an den sächsischen Kirchenmusiker Heinrich Schütz (1585-1672), der einige Zeit in Kopenhagen gelebt hatte, und an den dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen (1805-1875), der oft in Dresden zu Besuch war.

Tillich wies auf die lange Tradition der Kulturdiplomatie zwischen Sachsen und Dänemark hin, die sich als „friedensstiftend für Europa“ erwiesen habe. Der Festakt im Residenzschloss war Höhepunkt des zweitägigen Aufenthalts der 69-jährigen Monarchin in Dresden. Für Königin Margrethe II. war es der zweite Besuch in Sachsen. Im März 1994 hatte sie den Freistaat bei einem Deutschland-Besuch zusammen mit ihrem Mann Prinz Henrik bereist. Diesmal wurde sie von ihrer Schwester, Prinzessin Benedikte, begleitet.

Die dänische Königin war am Samstag von Tillich und dessen Frau Veronika am Dresdner Flughafen empfangen worden. Nach der Besichtigung der Frauenkirche folgte am Abend der Besuch der Aufführung „Giselle“ des Königlich Dänischen Balletts in der Semperoper.

Die Dresdner reagierten eher gelassen auf den Gast aus dem Nachbarland. Mehrere hundert Schaulustige hatten sich am Samstagnachmittag auf dem Neumarkt eingefunden und der Königin am Ausgang der Frauenkirche zugewinkt. Im Vergleich zum Besuch von US-Präsident Barack Obama war der Jubel freundlich-zurückhaltend.

Die Ausstellung „Mit Fortuna übers Meer“ ist von Montag an bis 4. Januar 2010 für die Öffentlichkeit zu sehen. Präsentiert werden prachtvolle Kunstwerke aus Renaissance und Barock, darunter der Dänische Elefantenorden aus dem 17. Jahrhundert, eine Sonnenmaske des sächsischen Kurfürsten August des Starken und der Hochzeitsmantel des dänischen Königs Frederik IV. In leicht veränderter Form wird die Schau vom 13. Februar bis 24. Mai 2010 im Kopenhagener Schloss Rosenborg gezeigt.

Die dänisch-sächsischen Verbindungen begannen 1548, als der spätere Kurfürst von Sachsen, Herzog August, die dänische Prinzessin Anna heiratete. Weitere Hochzeiten folgten 1602, 1634 und 1666. Auch die Mutter von August dem Starken war eine dänische Prinzessin.

ddp

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