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Apples iOS 6 ist nicht für jedermann

Neues mobiles Betriebssystem Apples iOS 6 ist nicht für jedermann

In dieser Woche veröffentlicht Apple das neue Betriebssystem für seine mobilen Geräte. 200 neue Funktionen bringt iOS 6 mit – und dürfte dennoch für Unmut sorgen. Denn nicht jeder iPhone- oder iPad-Besitzer kann das Programm künftig nutzen.

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Update mit Einschränkungen: iOS 6 wurde für das iPhone 5 entwickelt – und läuft nicht auf allen älteren Modellen. Erst ab dem Modell 3 GS wird die neue Software unterstützt.

Quelle: Reuters

Cupertino. In der Hysterie um das iPhone 5 ist es  fast ein wenig untergegangen: An diesem Mittwoch, zwei Tage vor dem Verkaufsstart des neuen Smartphones, veröffentlicht Apple das Betriebssystem iOS 6 für seine mobilen Geräte. Nun sind Betriebssysteme für viele Nutzer bei Weitem nicht so spektakulär wie die Geräte selbst, sondern eher nützliches Beiwerk. Doch diesmal ist die neue iOS-Version mehr als nur ein Programm, das laut Apple über 200 neue Funktionen mitbringt. Es ist zugleich eine Zäsur, weil der Konzern die Besitzer von älteren Geräten aufs technische Abstellgleis schiebt. Erst ab dem iPhone 3 GS, dem iPad 2 und dem iPod touch der vierten Generation wird die neue Software unterstützt. Und einige Funktionen laufen sogar erst ab dem iPhone 4S sowie dem neuen iPad. Eine Übersicht, was iOS 6 bietet – und auf welchen Geräten was läuft.

  • Neue Orientierung: Seit dem Start des iPhone vor fünf Jahren war die App mit Google-Karten ein fester Bestandteil von iOS. In der neuesten Version des Betriebssystems hat sich Apple vom Google-Dienst getrennt und setzt auf eigenes Kartenmaterial. Es stammt aus Kooperationen mit verschiedenen Partnern, darunter die niederländische Firma TomTom. Die Karten wirken auf den ersten Blick aufgeräumter, zumindest in Deutschland sind sie aber noch nicht so detailliert wie Google Maps. Neu ist die „Flyover“-Funktion, in der Gebäude dreidimensional aus der Vogelperspektive dargestellt werden. Das sieht deutlich realistischer aus als auf den abfotografierten Bildern in Google Maps, in Deutschland ist die 3-D-Ansicht bislang aber auf München und Berlin beschränkt. Zudem ist für „Flyover“ mindestens ein iPhone 4S oder ein iPad 2 nötig, Nutzer älterer Geräte gehen leer aus. Gleiches gilt für die längst überfällige Integration einer Navigationsfunktion, die Konkurrenten wie Samsung oder Nokia bereits anbieten.
  • Facebook-Freundschaft: Den Kurznachrichtendienst Twitter hat Apple seit Längerem in iOS eingebunden, jetzt folgt mit Facebook der nächste Internetriese. Wer sich in den Einstellungen des Geräts mit dem persönlichen Facebook-Log-in anmeldet, bekommt künftig Statusmeldungen seiner Facebook-Kontakte im Nachrichtencenter angezeigt. Die Integration erlaubt zudem die Übernahme seiner Facebook-Freunde in das iOS-Adressbuch, Veranstaltungen oder Geburtstage von Freunden lassen sich aus dem Netzwerk heraus in den Kalender übertragen. Auch Fotos können über unterschiedliche Apps direkt bei Facebook gepostet werden.
  • Angenehme Nachtruhe: Man mag es kaum glauben, aber selbst bei der Telefonfunktion hat Apple Verbesserungsbedarf entdeckt. Künftig  gibt es eine „Nicht stören“-Option. Anders als beim „Flugmodus“ kommen Nachrichten weiter an, das Display leuchtet jedoch nicht mehr auf, was besonders nachts angenehm ist. Wer will, kann Zeiten festlegen, in denen er ungestört sein möchte, zum Beispiel von Mitternacht bis 7 Uhr morgens. Favorisierte Kontakte können einen bei entsprechender Einstellung weiterhin erreichen. Ärgerlich: Die Aktivierung des Lautlosmodus durch das einfache Umdrehen des iPhone – eine Funktion, die Nutzer von Geräten der Android-Konkurrenz bereits seit Längerem kennen – bietet Apple noch immer nicht an.
  • Bordkarten fürs Handy: Mit iOS 6 bringt Apple die neue Passbook-App auf seine mobilen Geräte. Sie soll gedruckte Tickets und Karten für Flüge, Kinobesuche oder Rabattaktionen durch digitale Versionen ersetzen. Firmen, die Passbook anbieten, können die „Pässe“ als E-Mail, über separate Apps oder per Internetbrowser zur Verfügung stellen. Erste Fluggesellschaften haben bereits angekündigt, die digitale Bordkarte anbieten zu wollen. Ob sich das Modell durchsetzt, bleibt abzuwarten.
  • Neue Gesichter sehen: Ein Ärgernis hat Apple beseitigt – und zugleich ein neues geschaffen: Mit iOS 6 funktioniert Facetime jetzt auch in UMTS-Netzen, bislang war die Videotelefonie auf WLAN-Netze beschränkt. Wie schon bei anderen iOS-6-Funktionen läuft auch diese erst ab dem iPhone 4S, beim iPad sogar nur auf dem aktuellen Modell.
  • Siri fürs iPad 3: Bislang war nur das iPhone 4S zum Plaudern aufgelegt, unter iOS 6 ist der Sprachassistent Siri auch beim iPad der dritten Generation verfügbar – und hat laut Apple noch mehr zu sagen. So lassen sich Facebook-Einträge per Sprachbefehl posten. Besitzer von älteren iPads und iPhones bleiben aber weiter außen vor.
  • Kontrolle über persönliche Daten: Apple lernt beim Datenschutz dazu. Nach heftiger Kritik soll dem Absaugen von Nutzerdaten durch Apps ein Riegel vorgeschoben werden. In den „Einstellungen“ wird unter „Datenschutz“ künftig der Zugriff auf Standortinformationen, Kontakte, Kalendereinträge, Erinnerungen und Fotos aufgelistet und kann dort direkt unterbunden werden. Diese Funktion war überfällig, eines kann sie dem Nutzer jedoch nicht abnehmen: kritisch zu prüfen, wann man einer App Zugriff auf persönliche Daten erlauben möchte.

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