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Fernsehen Barbara Schöneberger im Fatsuit: Neues Magazincover sorgt für Streit
Nachrichten Medien Fernsehen Barbara Schöneberger im Fatsuit: Neues Magazincover sorgt für Streit
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11:35 15.02.2019
Über das Ziel hinausgeschossen? Nach ihrem Fatsuit-Foto steht Barbara Schöneberger in der Kritik. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Hannover

Barbara Schöneberger macht Witze. Das ist ihr Job – als Moderatorin, als Entertainerin, als Unterhalterin. Für gewöhnlich macht sie Witze, über die man schmunzeln muss, sogar manchmal in kurze Lachsalven verfällt. Doch ihre Witze sind in der Regel weich wie Wattebäuschen – ohne scharfe Kanten, an denen sich jemand stören kann. Doch offensichtlich hat sich nun etwas geändert.

Barbara Schöneberger hat einen Witz gemacht, der einigen wehtat, so lassen mehrere Reaktionen bei Instagram vermuten. Schöneberger hat sich für das aktuelle Cover ihres eigenen Magazins „Barbara“ in einen Fatsuit, also einen Anzug, der den Träger übergewichtig aussehen lässt, gesteckt. In einem Instagram-Video, das ihre neue Magazinausgabe ankündigt, steht die 44-Jährige in dem hautfarbenen Anzug an einem Buffet und schaufelt sich Salat mit einer Kelle direkt aus der Schale in den Mund. Und sagt lachend: „Tschuldigung, nichts gegen Dicke, bin selber eine.“

Die Reaktionen auf Barbara Schönebergers Fatsuit: „Peinlich“ oder „Mobbing“

Viele der Instagram-Kommentatoren werfen Schöneberger unter dem Video Geschmacklosigkeit und Grenzüberschreitung vor. Einigen finden den Post peinlich, auch von Mobbing ist die Rede. „Durch dieses Video werden leider viele, die Vorurteile gegenüber Übergewichtige haben (das komme ja nur vom Essen), in ihrer Meinung bestätigt. Und so werden auch alle wieder über einen Kamm geschert. Obwohl das Übergewicht oder diese Figur durch Krankheiten kommen kann... ein zu sensibles Thema! Da hätte man vorher ein bisschen mehr nachdenken sollen“, schreibt ein Nutzer.

Und ein anderer postet: „Sowas tut einfach nur weh. Ich selber habe Adipositas und habe durch eine OP 57 Kilo abgenommen. Aber trotz allem ist es weiterhin ein Kampf für mich mein neues Gewicht zu halten. Es ist eine Frechheit sich über Menschen die auch gerade krankhafte Übergewicht haben lustig zu machen. Ich war sehr erschrocken über das Cover. Es macht einfach nur traurig und wütend. Pfui.“

Auch eine Art offener Brief wurde in den Kommentaren an die Moderatorin geschrieben: „Liebe Barbara, leider ist weder das Cover noch dieses Video lustig. Es ist im besten Fall unsensibel und im in meinem Verständnis beleidigend. Wäre beispielsweise ein „Buschmann“ Kostüm (unter diesem Namen werden Kostüme von Schwarzen verkauft) in deinen Augen lustig gewesen?“

Viele verstehen die Aktion nicht – soll Dicksein an sich der Witz sein? Magda Albrecht, eine Autorin des Magazins, wehrt sich: „Dass die Medienwelt es nicht schafft, Körpervielfalt auf und in den Magazinen abzubilden, ist bitter genug. Dass Dicksein dann aber ausschließlich in Form eines (nackten) Fatsuits daherkommt, ist eine Frechheit“, schreibt sie einem Blogbeitrag. Ein Fatsuit diskriminiere, weil er Übergewichtige pathologisiere.

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Barbara Schöneberger reagiert nicht auf die Vorwürfe

Barbara Schöneberger schweigt und reagiert nicht auf die Kritik. Auf ihrem nächsten Foto, eine Ankündigung für eine Werbekampagne, zeigt sich die Moderatorin bereits wieder schlank in High Heels.

Die Leiterin der „Barbara“-Reaktion hat sich zu den Vorwürfen geäußert: „Überrascht hat mich die teils heftige Reaktion von Menschen, die wir feiern und unterstützen wollten. Dass einige sich angegriffen fühlen, war natürlich nicht unsere Absicht. Die Irritation beim ersten Blick schon“, sagte Stefanie Hellge der „Bild“.

Mit dem aktuellen „Barbara“-Titel sollte eigentlich eine Diskussion über Schönheitsideale eröffnet werden. „Wer entscheidet eigentlich, was heute als normal gilt? Ein Hoch auf die wunderbare Vielfalt – und auf alle, die einfach mal gegen den Strom schwimmen“, heißt es auf dem Cover.

Von Geraldine Oetken / RND

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