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Fernsehen Düstere Netflix-Serie „1983“ zeigt Polen als kommunistischen Polizeistaat
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09:46 28.11.2018
1983 – eine manchmal etwas erwartbare Thriller-Serie, die aber Tiefgang zur Unterhaltung anbietet. Quelle: Krzysztof Wiktor/Netflix/dpa
Warschau

Die erste polnische Netflix-Serie fängt spektakulär an: In Warschau, Danzig und Krakau explodieren zeitgleich mehrere Sprengsätze, offensichtlich ein koordinierter Terroranschlag. Aufnahmen aus der Luft zeigen, wie riesige Stalinbauten einstürzen und die Hauptstadt in Schutt und Asche verwandeln. Es ist Polens Nine-Eleven im titelgebenden Jahr 1983.

Nach diesen Szenen macht die Serie einen gewaltigen Zeitsprung. Die Zuschauer finden sich in einer dystopischen Welt wieder, in der der Eiserne Vorhang nie gefallen ist. Zwei Jahrzehnte nach dem Anschlag genießt das Volk zwar Frieden und Wohlstand, muss aber unter einem repressiven Polizeistaat leben. Die kommunistische Partei hält die Zügel fest in der Hand und setzt modernste Technologien ein, um die Bürger unter Kontrolle zu halten. Sie werden beschattet, ausspioniert und wenn nötig ermordet.

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„1983“: Was wäre, wenn noch immer der Kommunismus herrschen würde?

„1983“, ab Freitag auf Netflix zu sehen, arbeitet sich an Polens sozialistischer Vergangenheit ab und stellt die Frage, was wäre, wenn das kommunistische System überlebt hätte. Kasia Adamik, Olga Chajdas, Agnieszka Holland und Agnieszka Smoczyńska, die gemeinsam Regie führten, geben darauf eine pessimistische Antwort. Es herrscht eine bedrohliche Stimmung, die das Gefühl erzeugt, dass hinter jeder Ecke Unheil lauert. Die Bilder sind in düsteres Grau getaucht. Es herrscht Tristesse, auf den Straßen Warschaus wie in den Köpfen der Bürger. Dabei könnte ihr Leben heute hoffnungsvoller aussehen, wenn der Terroranschlag vor 20 Jahren die Befreiung Polens und den anschließenden Zusammenbruch der Sowjetunion nicht vereitelt hätte.

Dass das Attentat auf höchster staatlicher Ebene geplant und ausgeführt wurde, erfährt man erst nach und nach, wenn der in Ungnade gefallene Polizist Anatol und der Jurastudent Kajetan über eine Verschwörung stolpern und sie aufzudecken beginnen. Das Protagonisten-Duo ist gut besetzt.

Erwartbar – aber trotzdem Unterhaltung mit Tiefgang

Während Robert Więckiewicz den Inspektor als resignierten Zyniker mit stets gequältem Gesichtsausdruck spielt, der nach Jahren der inneren Emigration noch einmal Feuer fängt, schlüpft Maciej Musiał in die Rolle des jungen, energischen Idealisten. Gemeinsam gelangen die beiden an brisante Informationen, die eine Revolution auslösen könnten. Doch den Machthabern sind alle Mittel recht, um das zu verhindern.

Das Vierergespann auf dem Regiestuhl spart weder mit Actionszenen noch mit aufregenden Verwicklungen, auch wenn so mancher Handlungsverlauf vorhersehbar ist und wirkt, als wäre er aus bekannten Genrevorbildern kopiert. Erwartungsgemäß taucht auch Orwells Klassiker „1984“ auf, den Dissidenten wie in anderen Produktionen zu diesem Thema neben ihrem Kopfkissen liegen haben. Von solchen Stereotypen abgesehen bietet „1983“ aber Unterhaltung mit Tiefgang. Es dauert eine Weile, bis die Serie Fahrt aufnimmt, doch dann entwickelt sie eine Sogkraft, die die Zuschauer in die Geschichte förmlich hineinzieht.

Von dpa / RND

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