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Fernsehen Manuel Rubey – Ein Star dank „Tatort“
Nachrichten Medien Fernsehen Manuel Rubey – Ein Star dank „Tatort“
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06:27 05.11.2018
Stemmte den Stuttgarter „Tatort“ quasi im Alleingang: Der österreichische Schauspieler Manuel Rubey, hier bei den Salzburger Festspielen im August 2018. Quelle: picture alliance / Franz Neumayr
Stuttgart

Es wäre etwas übertrieben, den Krimi „Der Mann, der lügt“ im Nachhinein für eine völlig neue Erzählweise zu loben. Aber es war doch mehr als atypisch, das Stamm-Ensemble zu Nebenfiguren degradiert zu sehen; Staatsanwältin Alvarez (Carolina Vera) und Kriminaltechnikerin Nika Banovic (Mimi Fiedler) hatten jeweils bloß ein oder zwei kurze Auftritte im Stuttgarter „Tatort“ am Sonntagabend.

Mutige Besetzung: Manuel Rubey ist in Deutschland wenig bekannt

Auch die beiden Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) wurden ausschließlich so geschildert, wie der sich in immer größere Widersprüche verwickelnde Verdächtige sie erlebte – als Bedrohung seiner Freiheit. Eine Ausnahme machte der Film einzig bei der Ehefrau des „Helden“ (Britta Hammelstein), indem er in kurzen Einschüben auch mal ihre Perspektive übernahm.

Eine mutige Maßnahme weil der Österreicher Manuel Rubey, der den mordverdächtigen Jakob Gregorowic spielte, zwar ein ausgezeichneter Schauspieler ist, hierzulande aber nicht zur ersten Riege der TV-Stars gehört. Dass er einen Film tragen kann, hat er allerdings schon einige Male bewiesen, etwa in der platonischen Liebesgeschichte „Seit du da bist“ (2016, mit Martina Gedeck) oder als Ermittler in dem ORF-Landkrimi „Drachenjungfrau“ (2016, im ZDF jedoch erst im Juni 2018 ausgestrahlt).

Rubey zeigte beeindruckend den Verfall seiner Jungenhaftigkeit

Als „Mann, der lügt“ erwies sich Rubey des Vertrauens der SWR-Redaktion mehr als würdig: Je tiefer dieser Gregorowicz in seinem ganz persönlichen Sumpf versank, umso stärker verfiel seine Jungenhaftigkeit.

Das hatte natürlich auch mit dem Maskenbild zu tun, aber Rubey versah den Mann zudem mit einer ausdrucksstarken Körpersprache. Als es kein Zurück mehr gab, sah seine Figur Gregorowicz aus, als raffe ihn eine unheilbare Krankheit dahin; Rubey muss sehr glücklich gewesen sein, als ihm diese Rolle angeboten wurde. A Star is Born – dank „Tatort“.

In Österreich ist der 39-jährige gebürtige Wiener freilich schon lange im Star-Status. Der Mann, der eine Schauspielausabildung bei der Schauspielschule Krauss in Wien absolvierte, war von 2002 bis 2010 Sänger der Rockband Mondscheiner. Dem Kinopublikum wurde er in der Titelrolle des Biopics „Falco – verdammt wir leben noch“ bekannt. Für das gemeinsame Kabarettprogramm „Triest“ mit seinem Schauspielkollegen Thomas Stipsits wurde er 2011 mit dem Hauptpreis des Österreichischen Kabarettpreises. Seit 2014 ist er Mitglied der Band Familie Lässig.

Manuel Rubey engagiert sich gegen Rechtsextremismus

Auch politisch äußert sich Rubey gern, dessen Ähnlichkeit mit dem jüngeren Johnny Depp nicht von der Hand zu weisen ist. Er unterstützt Projekte und Aktionen gegen Rechtsextremismus und sprach sich auf seiner Homepage für den Rücktritt des dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) aus.

Von Tillmann P. Gangloff/RND

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