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16:08 08.11.2018
ProsiebenSat.1 hat am Donnerstag die Quartalszahlen vorgelegt. Quelle: Andreas Gebert/dpa
Unterföhring

Die Fernsehsender ProSiebenSat.1 und RTL müssen im traditionellen Geschäft mit TV-Werbung weiterhin Abstriche machen. Die Konzerne wachsen vielmehr dank guter digitaler Geschäfte mit Internetplattformen und Tochterfirmen, wie die Zahlen zum dritten Quartal zeigen. Bei den Aktionären von ProSiebenSat.1 kamen zudem eine Dividendenkürzung und eine gesenkte Jahresprognose nicht gut an. Der Aktienkurs brach am Donnerstag zeitweise um fast 18 Prozent ein und zog die gesamte Branche nach unten. Die RTL-Aktie verlor bis zu rund 7 Prozent an Wert.

Das Problem sei die starke Abhängigkeit vom TV-Werbemarkt, sagte ProSiebenSat.1-Chef Max Conze in einer Telefonkonferenz am Donnerstag. Der Konzern will jetzt einen größeren Teil seiner Dividende einbehalten und in Wachstum investieren. Den Fokus will er vor allem auf eigene, lokale Inhalte legen, die auf allen Plattformen ausgespielt werden können.

Die Lösung für die TV-Krise: Streaming-Plattformen und lokale Inhalte

RTL-Chef Bert Habets verfolgt eine ähnliche Strategie. Die gemischte Entwicklung der europäischen TV-Werbemärkte zeige, dass es richtig sei, sich auf zwei Wachstumsfelder zu fokussieren: den Auf- und Ausbau der non-linearen Streaming-Plattform und die Produktion lokaler, exklusiver Inhalte.

Die Umsatzverluste im dritten Quartal bei RTL Deutschland (-6 Prozent) und RTL Belgien (-10 Prozent) wurden durch die Zuwächse bei der Produktionsfirma Fremantle (+15 Prozent) mehr als ausgeglichen. Insgesamt stiegen die Erlöse von Juli bis September im Jahresvergleich um 3,6 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. RTL bestätigte zudem seine Prognose für das laufende Jahr.

Konzernerlöse wachsen voraussichtlich weniger als vom Vorstand erwartet

Die Konkurrenz aus München musste hingegen mehr Abstriche machen. Bei ProSiebenSat.1 wuchs der Umsatz im dritten Quartal nur geringfügig im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Prozent auf 892 Millionen Euro. Für 2018 geht der TV-Sender von einem Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich auf rund 4 Milliarden Euro aus (2017: 4,1 Mrd Euro). Grund ist, dass das Video-on-Demand-Portal Maxdome, der Online-Fitness-Anbieter 7NXT und der Reiseveranstalter Tropo im Rest des Jahres nicht mehr in die Konzernzahlen eingehen.

Bereinigt um den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen sowie Währungseffekte sollen die Konzernerlöse 2018 nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen. Zuvor hatte der Vorstand eine Steigerung im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich angepeilt.

Von RND / dpa

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