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Fernsehen TV-Kritik: Darum fehlt dem neuen „Magnum“ nicht nur der Schnauzbart
Nachrichten Medien Fernsehen TV-Kritik: Darum fehlt dem neuen „Magnum“ nicht nur der Schnauzbart
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17:50 16.04.2019
Das ganze Ermittlerteam (von links): Juliet Higgins (Perdita Weeks), Lara Nuzo (Tiffany Hines), Thomas Magnum (Jay Hernández), Orville „Rick“ Wright (Zachary Knighton) und Theodore „TC“ Calvin (Stephen Hill). Quelle: TVNOW
Hawaii

Hawaiihemd, Schnauzbart, roter Ferrari: Privatdetektiv Thomas Magnum war eine Ikone der Achtzigerjahre, ein Posterboy mit Brusthaar und Baseballmütze. Jetzt gibt es ein Remake der Kultserie rund um den verschmitzten Schnüffler – doch Fans des Originals könnten von der Neuauflage enttäuscht sein. Der Titelheld fährt in „Magnum P.I.“ zwar immer noch die teuren Sportwagen seines Arbeitgebers zu Schrott, aber der Schnauzbart fehlt. Außerdem ist Magnums ewiger Widerpart Higgins jetzt eine Frau, und statt charmanter Ironie gibt es Action, Schießereien, Krawall und Pathos. Vor allem aber wird Tom Selleck, der Hauptdarsteller des Originals, schmerzlich vermisst: Sein Nachfolger Jay Hernández ist nicht halb so cool.

1980 war die Urserie „Magnum“ in den USA gestartet, im deutschen Fernsehen sagte der Privatdetektiv 1984 zum ersten Mal Aloha. Tom Selleck, der dafür auf die Rolle als Indiana Jones verzichtet hatte, verkörperte den smarten Thomas Magnum, der als Sicherheitschef in der hawaiianischen Villa des Bestsellerautors Robin Masters wohnte – gemeinsam mit dem blasierten Verwalter Jonathan Higgins (John Hillerman): Die amüsanten Wortgefechte zwischen den zwei Gegenpolen waren für viele Fans das Salz in der Suppe.

Die Neuauflage zitiert den Klassiker natürlich rauf und runter. So ertönt die markante Filmmusik mit dem hohen Wiedererkennungswert, Magnum läuft wieder vor den zähnefletschenden Dobermannrüden namens Zeus und Apollo weg, und zwei alte Kriegskameraden, der Hubschrauberpilot TC (Stephen Hill) und Clubbesitzer Rick (Zachary Knighton), helfen ihm bei seinen Einsätzen. Das Anwesen von Robin Masters auf Honolulu wird nun von Juliet Higgins verwaltet (Perdita Weeks), die sich zwar auch mit Magnum kabbelt, aber heimlich für ihn schwärmt. Die Geschlechtsänderung bei Higgins sei unverzichtbar gewesen, sagt Produzent Peter Lenkov, denn damals sei die Serie ein reiner Männerclub gewesen. Heute ist einfach mehr Diversität gefragt.

„Magnum P.I.“: Dem Actionfeuerwerk fehlt der Charme des Originals

Dass „Magnum P.I.“ ähnlich wie die Neuauflagen der 80er-Jahre-Kultserien „MacGyver“ oder „Denver-Clan“ nicht begeistern kann, liegt an der Tonalität. Dem oberflächlichen Actionfeuerwerk fehlt der lässige Charme des Originals, der Zuschauer wird mit Stunts und Schießereien bombardiert. Außerdem hat Hauptdarsteller Jay Hernández nicht den lausbubenhaften Charme und die Selbstironie, die Tom Selleck damals ausstrahlte – da hat selbst der Ferrari mehr Ecken und Kanten. Schon nach zehn Minuten der Pilotfolge wird übrigens der erste Flitzer von einer MP-Salve durchsiebt, und nach einer fulminanten Verfolgungsjagd auf einer Küstenstraße muss später ein weiterer Nobelschlitten dran glauben. Das fühlt sich an, als hätte man sich in einen „The Fast and the Furious“-Film verirrt, und tatsächlich hat Regisseur Justin Lin ja auch vier Folgen der brachialen Kinoreihe inszeniert.

Vom Remake gibt es zunächst 20 Episoden, das Original brachte es auf insgesamt 162 Folgen in acht Staffeln. Wobei die Frage, was denn nun das Original ist, durchaus vertrackt ist: Bei der Erstausstrahlung in der ARD in den Achtzigern waren fast alle Bezüge darauf gestrichen worden, dass Magnum ein Vietnamveteran war, sie passten in den Augen der damaligen Senderverantwortlichen wohl nicht zur ansonsten humorigen Serie. Erst 1996 zeigte RTL eine völlig neu synchronisierte Fassung, in der die Anspielungen erhalten waren – sie ist diejenige, die man heute gemeinhin kennt.

Lesen Sie hier mehr dazu:

Kultserie Magnum kommt zurück – als Remake bei Vox

Von Cornelia Wystrichowski/RND

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