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Netzwelt Unterschiede im internationalen Datenschutz – Deutschland im Vergleich
Nachrichten Medien Netzwelt Unterschiede im internationalen Datenschutz – Deutschland im Vergleich
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16:15 20.10.2017
Quelle: @ koya979 - depositphotos.com
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Datenschutz in Europa wird einheitlicher

Der Datenschutz innerhalb der EU wird damit harmonisiert und internationale Geschäftsbeziehungen erleichtert. Dabei geht es hauptsächlich um die Verarbeitung und Speicherung von personenbezogenen Daten. Die Regelungen zur elektronischen Kommunikation wurden dabei ebenfalls in einer Verordnung erlassen. Die Aufsichtsbehörden aller EU-Staaten können dann Bußgelder bis zu 20 Millionen Euro, bei Konzernen sogar bis zu 4 Prozent des weltweiten Vorjahresumsatzes, verhängen, wenn die neue Datenschutzverordnung nicht eingehalten wird.

Die ePrivacy-Verordnung zum Schutz des Privatlebens sowie der personenbezogenen Daten wird allerdings nicht zeitgleich eingeführt, da sich  EU-Parlament, EU-Kommission und der Rat der europäischen Union bis dahin wohl nicht geeinigt haben werden. Die Datenschutzbedingungen in den Mitgliedsländern sind derzeit noch zu unterschiedlich. Die angestrebte einheitliche Regelung in Europa wird jedoch langfristig nicht für Großbritannien gelten. Der Brexit sorgt hier für eigene Regeln. Derzeit ist beispielsweise der Umgang mit der Videoüberwaschung von öffentlichen Plätzen in Großbritannien viel lockerer als in Deutschland. Während hier immer noch lautstark über mehr Kameras in Bahnhöfen diskutiert wird, sorgen in Vereinigten Königreich derzeit schon mehr als 6 Millionen Überwachungskameras für Kontrolle und Gewaltprävention.

Lockerer Umgang mit persönlichen Daten in den USA

In Deutschland wird der Umgang mit diesen Daten durch das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) geregelt. Die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von personenbezogenen Daten ist hier im Prinzip verboten, es sei denn, es ist eine klare Rechtsgrundlage gegeben oder Sie haben der Datennutzung ausdrücklich zugestimmt. Ganz anders sieht es beispielsweise in den Vereinigten Staaten aus, hier gibt es kaum Gesetze, die den Umgang mit persönlichen Daten regeln. Die Prüfung der Bonität vor Abschluss eines Arbeits- oder Mietverhältnisses ist dort ein ganz normaler und gesellschaftlich akzeptierter Vorgang. Seit März 2017 ist es nach Beschluss von Senat und Repräsentantenhaus den Telekommunikationsanbietern sogar erlaubt, gesammelte Daten auch ohne die ausdrückliche Zustimmung der Kunden für Werbezwecke weiterzugeben.

In Deutschland dürfen diese Daten nur nach ausdrücklicher Zustimmung weitergegeben werden. So finden wir auf den verschiedenen Webseiten häufig die Frage, ob unsere Angaben auch zu Werbezwecken genutzt werden dürfen. Mit einem Klick an der falschen Stelle geben Sie Ihre Daten dann doch für die weitere Nutzung frei. Wenn Sie hier aufmerksam lesen, sorgen Sie jedoch selbst für den Schutz Ihrer persönlichen Daten.

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