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Netzwelt Website-Abmahnung erhalten? Das können Sie tun
Nachrichten Medien Netzwelt Website-Abmahnung erhalten? Das können Sie tun
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16:05 20.10.2017
Quelle: @ lunamarina - depositphotos.com

Es gibt Rechtsanwaltskanzleien, die haben sich regelrecht darauf spezialisiert, Website-Betreiber mit Abmahnungen zu terrorisieren. Diese Unternehmen verdienen so mit minimalem Aufwand eine Menge Geld. Das Internet lässt sich nämlich ganz leicht nach fehlerhaften Angaben im Impressum oder beispielsweise nach Persönlichkeitsrechtsverletzungen durchforsten. Haben Sie so eine Abmahnung für Ihre Website erhalten? Dann sollten Sie erst einmal kühlen Kopf bewahren.

Ist die Abmahnung überhaupt berechtigt?

Prüfen Sie, ob es tatsächlich einen Grund für eine Abmahnung gibt, bevor Sie eine Zahlung leisten. Begründen Sie, warum die Abmahnung nicht gerechtfertigt ist. Zudem sollten Sie sich unbedingt Informationen über den abmahnenden Anwalt beschaffen. In diesem Bereich sind viele schwarze Schafe tätig, die Ihre Identität nicht offenlegen möchten. Möglicherweise können Sie so die Abmahnung zurückweisen und zeitgleich mit einer Gegenklage drohen. In vielen Fällen ist die Sache damit erledigt. Sollte jedoch eine seriöse Kanzlei hinter der Abmahnung stehen, die nach Überprüfung auch tatsächlich begründet ist, empfiehlt es sich möglicherweise einen eigenen Anwalt einzuschalten.

So verhindern Sie eine Abmahnung

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie jedoch im Vorfeld schon einige wichtige Punkte bei der Erstellung Ihrer Internetpräsenz beachten. Berücksichtigen Sie unbedingt die folgenden Aspekte:

  • Impressumspflicht – Geschäftliche Webseiten müssen nach Telemediengesetz § 5 TMG über ein ordnungsgemäßes Impressum mit Namen, Adresse und Kontaktdaten verfügen. Die Unterscheidung zwischen privater und gewerblicher Nutzung ist nicht immer leicht, daher sind Sie mit einem Impressum auch für Ihre private Website auf der sicheren Seite. Im Internet finden Sie übrigens kostenlose Tools, die Ihr persönliches Impressum generieren.
  • Urheberrecht – Haben Sie alle Texte und Bilder auf Ihrer Website tatsächlich selber erstellt? Wenn Sie Zitate und Fotos von anderen Webseiten übernehmen möchten, informieren Sie sich unbedingt, ob das problemlos möglich ist. Besonders gefährlich ist es beispielsweise, gebührenpflichtige Informationen von anderen Anbietern zu übernehmen.
  • Persönlichkeitsrechte – Sie haben bei Ihrem letzten Spaziergang tolle Schnappschüsse von den Menschen auf der Straße gemacht und veröffentlichen diese jetzt auf Ihrer Website? Wenn Sie Ihre „Modelle“ nicht um Erlaubnis gefragt haben, verletzen Sie damit deren Persönlichkeitsrechte. Also lassen Sie sich eine Einwilligungserklärung unterschreiben oder verzichten Sie lieber auf die Veröffentlichung.

Das sind nur ein paar Punkte, die Sie bei der Veröffentlichung Ihrer Internetpräsenz berücksichtigen sollten, um einer Abmahnung zu entgehen. Vollständig ist diese Liste aber nicht. Möchten Sie ganz auf Nummer sicher gehen, lassen Sie sich von einem Anwalt beraten.

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