Navigation:
Aktuelle Beilagen Anzeigen- und Abo-Service
Nachrichten Medien Übersicht

Facebook-Spiel

Farmville entwickelt sich zum beliebten Zeitvertreib

Unsere kleine Farm: Ein Spiel beim sozialen Netzwerk Facebook entwickelt sich zum beliebten Zeitvertreib – in Farmville beackern Spieler einen Bauernhof.

Lesezeichen setzen:
„Mein Mann findet, dass meine Leidenschaft für ihn unter der für Farmville leidet“ – der Kommentar einer Farmville-Spielerin verdeutlicht, dass die Internet-Software viel Zeit und Engagement kostet.

„Mein Mann findet, dass meine Leidenschaft für ihn unter der für Farmville leidet“ – der Kommentar einer Farmville-Spielerin verdeutlicht, dass die Internet-Software viel Zeit und Engagement kostet.

© Marcus Schwarze

Vor gerade einmal acht Monaten startete ein Spiel, an dem heute monatlich weltweit 83 Millionen Spieler teilnehmen: Farmville hat sich in kurzer Zeit zu einem gern genutzten Zeitvertreib im Web entwickelt. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Zugang zum sozialen Netzwerk Facebook. Immer mehr Netznutzer spielen da auch in Deutschland mit – und werben mit ihren persönlichen Veröffentlichungen über ihren Spielstand ständig weitere, neue Mitspieler an.

Farmville ist aus technischer Sicht ein eher belangloses Spiel. Im Fenster des Browserprogramms Firefox oder Internet Explorer übernimmt man darin die Rolle eines Bauern, der Felder anlegt und bewirtschaftet, Bäume pflanzt und Tiere versorgt. Die Grafik ist schlicht wie ein Comic, der Aufwand simpel: Es gilt, die Saat auszutragen, die Ernte einzufahren, die Farm zu vergrößern. Kümmert man sich nicht ausreichend um seine Farm, verdorren einzelne Felder, die Ernte bleibt aus. Man kann Tiere für ein paar FarmCoins kaufen, Ställe bauen und den Ertrag der Tiere wie zum Beispiel Milch, Trüffel oder Federn verwerten – sprich: in neue FarmCoins umwandeln, die Währung von Farmville.

Solche virtuellen Güter bekommen im Verbund mit Facebook jedoch eine neue Qualität. Denn über Facebook finden sich auch die virtuellen Farmville-Farmen von Freunden, Bekannten und Kollegen in unmittelbarer Nachbarschaft nur einen Mausklick entfernt – und man kann, wenn der andere Teilnehmer das freigeschaltet hat, schon einmal per Mausklick kurz herüberlaufen und den Acker des Nachbarn auf Vordermann bringen, Ungeziefer vertreiben, Hühner füttern oder Laub entfernen. So etwas bringt Punkte – und je mehr solcher „Erfahrungspunkte“ man sammelt, desto höhere Spielstufen erreicht der Spieler.

„Erhöhte Suchtgefahr!“, warnte eine Teilnehmerin im Gesprächsforum von MyHeimat kürzlich, dem Gesprächsforum der Heimatzeitungen rund um Hannover. In einer ausgiebigen Diskussion erklärten dort Leser die Faszination des Spiels: „Mir macht das Spaß, weil es nie eintönig wird im Gegensatz zu vielen anderen Spielen“, schrieb eine Teilnehmerin, „ich habe festgestellt, dass man durch Farmville ganz viele nette Menschen trifft und mit ihnen schreiben kann. Ich habe sogar schon Leute wiedergetroffen, die ich im realen Leben kennenlernte und aus den Augen verloren habe.“ Eine andere erzählte: „Angefangen hat es damit, dass die Kinder noch Nachbarn brauchten, und als nette Mutter macht man ja (fast) alles! Nun bin ich ihnen dicht auf den Fersen, meine Farm hat bereits Ausmaße von 22 x 22 (für Insider), und ich freue mich täglich über meinen Fortschritt.“

Solchen Fortschritt können Teilnehmer nicht nur mit Zeitaufwand, sondern auch mit echtem Geld vorantreiben. Per Kreditkarte oder den Bezahldienst Paypal lässt sich der virtuelle Geldbeutel aufstocken – der Kurs für 55 „FV“, wie die Währung bei Farmville heißt, beträgt 10 echte US-Dollar. Das ist das Geschäftsmodell von Zynga, dem Unternehmen hinter Farmville.

Zynga ist mit Facebook nicht verschwägert. Es nutzt Facebook lediglich als Plattform, um seine Spiel unter die Leute zu bringen. Gründer Mark Pincus aus Chicago hat eine ganze Reihe solcher Spiele entwickelt: Fishville, Pet­ville, Cafe World und Mafia Wars heißen diese virtuellen Welten, in die Spieler eintauchen. Laut „New York Times“ entwickelt sich das Konzept zum großen Geschäft: 250 Millionen Dollar nahm das US-Unternehmen im vergangenen Jahr ein. Jüngst sei der russische Investor Digital Sky Technologies für 250 Millionen Dollar bei Zynga eingestiegen, berichtet die „Zeit“.

Für die stetig steigende Zahl der ­Facebook-Nutzer, die über das Netzwerk per PC am Arbeitsplatz, zu Hause oder übers Handy die Kontakte zu ihren Bekannten pflegen, ist inzwischen kein Vorbeikommen mehr an diesem Spiel: Jeder erfolgreicher Spielschritt von Famville-Mitspielern wird per automatischer Statusmeldung weiterverbreitet. Und irgendein Facebook-Bekannter hat fast immer Farmville für sich selbst gerade neu entdeckt – und belästigt häufig arglos seine Bekannten mittels unscheinbar verbreiteter Statusmeldungen. Irgendwo in den Niederungen des Spiels mag man einstellen können, dass diese jüngsten Farmville-Erfolge nicht sogleich an den kompletten Bekanntenkreis weiterverbreitet werden sollen – doch gehört es auch zum Prinzip dieses Spiels wie auch von Facebook, solche Feinheiten des viralen Marketings zu verstecken.

Künftig sollen Mitspieler ihre digitalen Güter noch auf anderen Wegen verschenken können: Mitte des Jahres sollen virtuelle Pflanzen, Schweine und Werte per E-Mail verschickbar werden. Dann droht den weniger aktiven Fans des Spiels zusätzlich Farmville-Spam im Mailpostfach.

[Marcus Schwarze]

Kommentar schreiben

Anzeige

Anzeige

GT-Extra

GT-Extra

Göttingen und die Region aus der Vogelperspektive entdecken? Mit den Webcams des Tageblattes kein Problem.
weiter zum Artikel

Bilder, die bewegen: Das sind die Lokalen Videos des Tageblattes.
weiter zum Artikel

Das Wissen über die Geschichte der Region wird im digitalen Heimatarchiv des Tageblattes gesammelt. Hier geht es zu Wiki-Göttingen.
weiter zum Artikel

Seien Sie live dabei, wenn die Baketballer der BG Göttingen Jagd auf die Körbe machen.
weiter zum Artikel

Wissenswertes aus aller Welt, tolle Basteltipps und lustige Witze - das und mehr gibt es auf Taggi-Online zu entdecken.
weiter zum Artikel

In Sekundenschnelle auf dem Laufenden sein: Mit dem GT bei Twitter ist das möglich.
weiter zum Artikel

An jedem Mittwoch - und zusätzlich "Außer der Reihe" - veröffentlicht das Tageblatt ein neues Hörstück. Hier geht es zu den Podcasts.
weiter zum Artikel

Unsere digitalen Beilagen

Geschichtswerkstatt

Göttinger Zeitreise

Wir laden Sie herzlich zu einer Reise in die Vergangenheit ein und würden uns auch freuen, wenn Sie uns helfen, weitere Dokumente zu finden. Ein Film über die 1950er Jahre in Göttingen wird daraus entstehen. mehr


 

Leser werben Leser

Prämien-Shop

Werben Sie einen neuen Abonnenten, und wählen Sie Ihre Wunsch-Prämie aus über 2.500 Top-Prämien. mehr


 

Schuldatenbank




Ticketservice

Ganz vorne mit dabei

Egal ob regionale Veranstaltung oder internationaler Top-Show-Act. In unserem Tageblatt-Ticketshop können Sie bequem am Bildschirm die gewünschten Eintrittskarten kaufen. mehr


 

So entsteht das Tageblatt...

Dieses Video zeigt Ihnen die Arbeit von Redaktion, Rotation und Vertrieb im Druckhaus Göttinger Tageblatt. mehr


 

E-Shop

E-Shop

Der "Hohe Hagen" in Dransfeld: Ausgangspunkt für die Landvermessung durch Carl Friedrich Gauß und seit seit 100 Jahren Standort für den Gaußturm mit Panoramablick bis zum Harz, nach Hessen und Thüringen.
weiter zum Artikel

Göttinger Tageblatt Mediengruppe

Das Unternehmen im Überblick

Die Göttinger Tageblatt Mediengruppe ist das führende Medienhaus in Südniedersachsen – ein moderner Dienstleister für Kommunikation, Nachrichten, Werbung und Druck. mehr


 

Veranstaltungen

Tipps rund um die Uhr

Haben Sie Lust auf Nachtleben oder Oper? Darf eine Lesung sein oder eine Ausstellung? Hier finden Sie alle Termine. mehr